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LITTERING: Abfallplage am Stadtbahnhof

Ein Rorschacher hat auf Facebook ein Bild von Abfall am Bahnhof Stadt veröffentlicht. Offenbar wird das Perron immer wieder zur Deponie. Der Stadt sind jedoch die Hände gebunden, heisst es.
Martin Rechsteiner
Am Bahnhof Rorschach Stadt bleibt immer wieder Abfall liegen. (Bild: Andreas Grüninger/Facebook (19. Februar))

Am Bahnhof Rorschach Stadt bleibt immer wieder Abfall liegen. (Bild: Andreas Grüninger/Facebook (19. Februar))

Martin Rechsteiner

martin.rechsteiner@tagblatt.ch

Papiertaschen, Plastiksäcke, Pappkartons: Ein Bild hat am Montagnachmittag unter Mitgliedern der Facebookgruppe «Du bisch vo Rorschach wenn…» für Aufruhr gesorgt. Es zeigt einen Perronabschnitt des Stadtbahnhofs, auf dem Abfall liegt. Die Nutzer ärgern sich über die Abfallsünder. Die Kommentare reichen von «peinlich» bis «zum Chotze». Für einige ist es unerklärlich: «Wie kann man nur?», fragt eine Nutzerin.

Aufgenommen und auf Facebook geladen hat das Bild der Rorschacher Andreas Grüninger. Der Stadtbahnhof liegt an seinem Arbeitsweg. «Ich finde es einfach schade», sagt er. Obwohl es am Bahnhof genügend Abfalleimer gebe, werde das Perron regelmässig zugemüllt. «Hier liegt immer wieder Abfall herum, meist an der gleichen Stelle, am westlichen Ende.» Ständig sieht Grüninger dort Dosen oder Plastiksäcke im Gebüsch oder am Boden, «manchmal sogar alte Velos oder Kleider.» Als der Rorschacher am vergangenen Montag erneut auf Hinterlassenschaften von Abfallsündern stiess, entschied er, ein Bild auf Facebook zu posten.

«So sieht es jeden Montagmorgen aus»

Mit seinem Post hat Grüninger offenbar einen Nerv getroffen. Auch andere Facebooknutzer beschweren sich darüber, dass der Bahnhof Stadt regelmässig als Deponie herhalten muss. «So sieht es hier jeden Montagmorgen aus», kommentierte ein Mann das Bild.

Während sich ein Grossteil der Facebook-Kommentare gegen die unbekannten Abfallsünder richtet, sieht eine Nutzerin die Rorschacher Behörden in der Pflicht: «Ich frage mich, weshalb die Stadt nichts tut. Schliesslich zahlen wir ja Steuern. Ich habe noch nie gesehen, dass der Bahnhof gereinigt wird», sagt sie.

Zuständig für die öffentliche Abfallentsorgung in der Stadt ist Paul von Reding. Der Werkhof-Mitarbeiter ist am Mittwochmorgen gerade dabei, den Abfalleimer an der Feldmühlestrasse, direkt beim Bahnhof Stadt, zu leeren. Er kennt das Problem. «Dort sieht es häufig schlimm aus. Es liegt immer wieder Abfall herum», sagt er. Machen könne die Stadt aber nichts. «Früher fuhren wir mit unserer Putzmaschine über das Perron, das dürfen wir aber nicht mehr.» Denn der Säuberungs-Auftrag liege bei den SBB. Und diese hätten der Stadt verboten, dort zu putzen. Auch von Reding stört sich am ständigen Müll. «Er ist schlecht für das Ortsbild.»

Die SBB konnten gestern Mittwoch keine Stellung zur Situation in Rorschach nehmen. Auf der SBB-Webseite ist zu erfahren: Zuständig für die Sauberkeit an Bahnhöfen ist die Abteilung SBB Rail Clean. «Rund 400 Mitarbeitende beseitigen nicht nur Abfälle von grossen bis hin zu kleinen Bahnhöfen in der Provinz, sondern entfernen auch Graffiti, kümmern sich um Grünflächen und räumen Schnee», heisst es. Man arbeite 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag.

Ob die SBB der Stadt tatsächlich ein «Putz-Verbot» auferlegt haben, bleibt aber unbestätigt. Nicht bekannt ist zudem, ob das Littering am Stadtbahnhof Rorschach schlimmer ist als an anderen Bahnhöfen oder ob er einfach weniger oft geputzt wird.

Tatsache ist aber, dass liegen gelassener Abfall in Rorschach ein zunehmendes Problem darstellt, wie Stadtschreiber Roger Böni sagt. «Und das nicht nur an den Bahnhöfen, sondern auch am Curti-Platz oder an der See-Promenade.» Allein stehe Rorschach aber nicht da, betont Böni. «Von Kollegen aus anderen Gemeinden weiss ich, dass auch sie gegen das Littering kämpfen.» Mit Schulbesuchen sensibilisert Rorschach bereits Kinder auf das Thema.

Dass das Rail-Clean-Team der SBB seine Arbeit macht, zeigte sich am Mittwoch. Der Abfall aus dem Bild ist verschwunden. Und der Ärger von Andreas Grüninger und der Facebook-Community wird nachvollziehbar: Im Gebüsch liegen bereits wieder Dosen. Ene Frau geht daran vorbei und schüttelt den Kopf.

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