Lions bringen Hilfe ins Rollen

Für das Werk «Hoffnung für Kinder in Not» fährt ein Lastwagen erstmals auf Kosten des Lions Clubs Rorschach nach Rumänien. Der Club bezahlt jährlich einen Transport und hilft beim Bereitstellen.

Fritz Bichsel
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Langjährige Zusammenarbeit besiegelt: Präsident Roland Vogel für den Lions Club, Leiterin Astrid Eisenring für das Hilfswerk. (Bild: Fritz Bichsel)

Langjährige Zusammenarbeit besiegelt: Präsident Roland Vogel für den Lions Club, Leiterin Astrid Eisenring für das Hilfswerk. (Bild: Fritz Bichsel)

Fritz Bichsel

redaktionot@tagblatt.ch

Im Lagerhaus östlich des Strandbades Rorschach, auf Gebiet von Rorschacherberg, kommen Güter des täglichen Bedarfs oder für Krankenpflege sowie Möbel, Spielsachen und vieles mehr zusammen. Spender aus der Region, und teilweise von weiter her, bringen dem Hilfswerk «Hoffnung für Kinder in Not», was bei uns im Überfluss vorhanden ist oder nicht mehr benützt wird, in Rumänien und der Ukraine aber Mangelware oder für viele Familien und Heime unerschwinglich ist. Astrid Eisenring, die Gründerin und Leiterin dieses Werks, und weitere Freiwillige prüfen, sortieren, verpacken und beschriften alles fein säuberlich.

Genau nach einer bereits nach Rumänien übermittelten Liste wird ein Lastwagen beladen. Die Bürokratie sei aufwendig, aber wichtig, erklärt Astrid Eisenring. Nur so könne das bei uns und in den Zielländern anerkannte Hilfswerk Waren zoll- und steuerfrei zu Waisen, armen Familien oder kranken Älteren bringen. Auch so ist der Transport der grösste Kostenpunkt. Einige Fahrten pro Jahr finanziert das Partnerwerk «Helfen Sie helfen». Teilweise bezahlen Schulen, die ausgediente Möbel nicht entsorgen, sondern «Hoffnung für Kinder in Not» übergeben, auch den Transport. Alles weitere muss das Werk aus Spenden finanzieren. Im vergangenen Jahr waren das beim Rekord von 30 Fahrten rund 70000 Franken.

Der ehemalige Regierungsrat Walter Kägi hatte als Lieferant von Hilfsgütern und Mitglied des Lions Clubs Rorschach die Idee, dieser Serviceclub könnte Hilfstransporte finanzieren. «Nach eingehender Prüfung sowie Vorstellung des Werks und seines Konzepts durch die Leiterin stimmten die Mitglieder gerne zu», berichtet Präsident Roland Vogel. Der Lions Club bezahlt nun über mindestens fünf Jahre jährlich 2500 Franken für einen Lastwagentransport. Zudem werden Mitglieder ehrenamtlich mitwirken beim Bereitstellen von Hilfsgütern im Lager.

Astrid Eisenring freut sich sehr, über beides. Waren erhält ihr Werk in der Regel genügend. Ein ständiger Kampf ist hingegen die Finanzierung der Transporte. Und weitere freiwillige Helferinnen und Helfer sind besonders willkommen, wenn wie jedes Jahr wieder Hunderte Weihnachtspäckli entstehen werden.

Entgegen dem Ruf kein elitärer Kreis

Einsätze für Kinder und Jugendliche sind fester Teil der Tätigkeit des Lions Clubs Rorschach, ebenso Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen in der Region wie Kinderspitex oder Circle Féminin. «Auf Bettelbriefe können wir kaum eingehen», sagt Roland Vogel, «sondern wir unterstützen gezielt Werke in der Region im Dienst von Mitmenschen. Dem entspricht ‹Hoffnung für Kinder in Not› voll.»

Serviceclubs haben einen zwiespältigen Ruf: Elitärer Kreis reicher Männer, die teuer essen gehen, einander Geschäfte und Funktionen zuhalten und nur gelegentlich ihrem Zweck entsprechend Mitmenschen dienen. Auf den Lions Club mit gegen vierzig Mitgliedern in der Region Rorschach und der näheren Umgebung trifft das nicht zu. «Bei uns muss man nicht reich, sondern nur seriös sein und sind auch junge Leute willkommen», sagt Roland Vogel. Dieser Club besteht zu einem Drittel aus Frauen, erhält dieses Jahr eine Präsidentin, leistet drei- bis viermal pro Jahr praktische Hilfseinsätze, beschafft Geld für Hilfe an öffentlichen Anlässen wie dem jährlichen Brunch oder wie übernächstes Wochenende am Rorschacher Stadtfest mit einem Risottostand und regelmässig auch am Rheinecker Sterntag.

osteuropa-hilfe.ch

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