Linienstreit: Stadt steht im Offside

Die «Blaue-Linie-Änderung» sorgt für rote Köpfe. Nach den Eishockeyclubs übt auch der Direktor von Swiss Ice Hockey, Mark Wirz, Kritik an der Stadt.

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Mark Wirz Direktor Swiss Ice Hockey (Bild: pd)

Mark Wirz Direktor Swiss Ice Hockey (Bild: pd)

Die «Blaue-Linie-Änderung» sorgt für rote Köpfe. Nach den Eishockeyclubs übt auch der Direktor von Swiss Ice Hockey, Mark Wirz, Kritik an der Stadt. Obwohl der Eishockey-Verband das Verschieben der Linien für verbindlich erklärt hat, hat die Stadt als Inhaberin des Eissportzentrums Lerchenfeld die Änderung bisher noch nicht umgesetzt (Ausgabe von gestern).

Handelt es sich bei der «Blaue-Linie-Änderung» um eine Empfehlung oder eine Vorschrift?

In der Meisterschaft ist sie Vorschrift. Die Empfehlung bezog sich auf unser Schreiben von Ende Juni, in dem wir den Eishallenbetreibern eine sofortige Änderung nahegelegt haben, auch in der Vorbereitungsphase.

Das heisst also, dass die Stadt als Hallenbetreiberin die Linien ohne Wenn und Aber verschieben muss?

Das können wir ihr nicht vorschreiben. Fakt ist: Wenn das Spielfeld nicht den geltenden Vorschriften entspricht, können wir im Lerchenfeld keine offiziellen Meisterschaftsspiele durchführen.

Warum nicht?

Weil Swiss Ice Hockey eine ordentliche Meisterschaft garantieren muss. Unsere Vorgaben sind für die Clubs verbindlich. Diese wiederum sind als Mieter von den Hallenbetreibern abhängig. Deshalb ist es an den Betreibern, die Änderungen zu übernehmen. Sie haben ja auch ein Interesse daran, dass in ihren Hallen Spiele stattfinden.

Stadtrat Markus Buschor sagt, dass er nicht jeden Verbandsentscheid sofort mit Steuergeldern umsetzen kann. Verstehen Sie seinen Unmut?

Ich stelle nur fest, dass wir die Informationen über die Linienverschiebung allen Eishallenbetreibern in der Schweiz zugestellt haben. Diese Änderungen sind meines Wissens überall umgesetzt worden. Die Stadt St. Gallen hat diese als eine der wenigen, wenn nicht als einzige Betreiberin, nicht übernommen.

Die Schiedsrichter müssen wegen des unkorrekten Spielfelds für jeden Match einen Rapport verfassen und diesen an den Verband weiterleiten. Die Clubs sehen sich nun vor dem Aus, weil sie hohe Bussen befürchten. Wie geht der Verband mit dieser Situation um?

Unsere Rechtspflege ist ein unabhängiges Gremium innerhalb von Swiss Ice Hockey. Was passiert, liegt im Ermessen des zuständigen Einzelrichters. Deshalb kann ich keine Antwort vorwegnehmen. (jmw)