Lift-Zugang als Visitenkarte der Stadt

Die Verkehrsfläche oberhalb des Hauptbahnhofs soll künftig ein funktioneller Strassenknoten, eine Schnittstelle für den öffentlichen Verkehr und auch ein visuell ansprechendes Eingangstor zur Stadt sein. Die Kreditvorlage kommt im Frühling 2016 an die Urne.

Rudolf Hirtl
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Die Visualisierung zeigt Busbuchten auf beiden Seiten und einen Zebrastreifen direkt bei der Passerelle. (Bild: ewp)

Die Visualisierung zeigt Busbuchten auf beiden Seiten und einen Zebrastreifen direkt bei der Passerelle. (Bild: ewp)

RORSCHACH. Dem Stadtrat sei von Anfang an klar gewesen, dass mit der Inbetriebnahme des Personenlifts auch die Verkehrsfläche oberhalb des Hauptbahnhofs neu gestaltet werden müsse, sagt Thomas Müller. Er habe sich aber gegen einen «Schnellschuss» gewehrt, da nicht nur eine technische Lösung gefragt sei. Die Neugestaltung müsse drei Anforderungen genügen.

Erste Studie überzeugte nicht

Sie müsse ein funktionaler Strassenknoten für Wachsbleiche-, Promenaden-, Schönbrunnstrasse sowie Vordere Bergstrasse sein; und auch die Zufahrt zu den Liegenschaften Promenadenstrasse 19 bis 23 gewährleisten. Zudem als funktionelle ÖV-Schnittstelle für den Umstieg Bahn/Bus dienen und den Bring- und Abholverkehr mit privaten Personenwagen ermöglichen. Und ausserdem als Ankunftsort für den SBB-Fernverkehr für ankommende Besucher auch visuell ansprechend sein. Bereits auf die Inbetriebnahme des Lifts (Oktober 2012) hin hatte der Stadtrat eine Konzeptstudie in Auftrag gegeben. Laut Thomas Müller überzeugte diese jedoch funktionell und optisch nicht. Als Sofortmassnahme sei daher der Vorplatz erstellt und die Wachsbleichestrasse verengt worden, was die Sicherheit der Fussgänger dort merklich erhöht habe.

Tempo baulich reduzieren

Das im Herbst 2014 in Auftrag gegebene und nun von der ewp AG Effretikon präsentierte Gestaltungs- und Betriebskonzept berücksichtigt die Vorgaben des Stadtrates und den tatsächlichen Verkehrsfluss. Busbuchten werden bergseitig und seeseitig in der Nähe des Lifts erstellt, was ein Umsteigen von Bahn auf Bus auf möglichst kurzem Weg ermöglicht. Der Zebrastreifen wird direkt beim Zugang der Lift-Passerelle plaziert und so fussgängergerecht. Flache Rampen führen auf die erhöhte Verkehrsfläche der Wachsbleichestrasse, wodurch eine Temporeduktion ohne 30er-Tafel erreicht wird. «Autofahrer sollen sich auf einem öffentlichen Platz und nicht auf einer Durchgangsstrasse fühlen», erläutert Thomas Müller. «Kiss & Ride»-Stellen (Parkzeit maximal 10 Minuten) erleichtern das Ein- und Aussteigen bei Privatfahrzeugen. Die nahe Baumreihe kann nicht gänzlich erhalten werden. Das Gestaltungskonzept weist aber Stellen auf, an denen ein Teil der Bäume neu gepflanzt wird. Der Stadtpräsident rechnet mit Kosten von 1,5 bis 1,8 Mio. Franken. Der Kredit kommt voraussichtlich im Frühling 2016 an die Urne.