«Lieber Regen als zu heiss»

ST.GALLEN. Trüber Himmel, starker Regen und grosse Wasserlachen auf dem Olma-Areal: Das Wetter am Montagabend lädt weniger dazu ein, im Freien Sport zu treiben, als vielmehr den Abend auf dem Sofa zu verbringen – wie eine menschliche Cannelloni in eine Decke gerollt..

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Grosser Andrang: Fast 3000 Teilnehmer starteten am Firmenlauf. (Bild: pd)

Grosser Andrang: Fast 3000 Teilnehmer starteten am Firmenlauf. (Bild: pd)

St.Gallen. Trüber Himmel, starker Regen und grosse Wasserlachen auf dem Olma-Areal: Das Wetter am Montagabend lädt weniger dazu ein, im Freien Sport zu treiben, als vielmehr den Abend auf dem Sofa zu verbringen – wie eine menschliche Cannelloni in eine Decke gerollt. Der siebte St.Galler Firmenlauf scheint für die rund 3000 Läuferinnen und Läufer eine ungemütliche Sache zu werden. Dennoch lassen sich die Teilnehmer die Laune nicht verderben. Vielerorts sieht man fröhliche und freudig-gespannte Gesichter. «Lieber Regen als zu heiss», findet etwa Monika Giger vom kantonalen Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe.

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Wer nicht am gemeinsamen Aufwärmen teilnimmt, macht sich selbst startklar. Überall werden Arme geschwungen, Köpfe gekreist, Knie gebeugt und Pulsuhren gecheckt. Manch einer trabt hin und her oder tänzelt zum Warm-up auf der Stelle – Rennpferden vor dem Derby gleich.

Dann die Überraschung: kurz vor dem Startschuss schliesst Petrus die Schleusen. Die Wolkenwand bricht auf, Himmelsblau durchsetzt das Grau, als sich die Läuferinnen und Läufer zum Start aufreihen. Um Punkt 19 Uhr wird die 6029 Meter lange Laufstrecke freigegeben. Minutenlang fliesst ein Menschenstrom aus dem Olma-Gelände in Richtung Heiligkreuz. «Die ersten werden zurück sein, bevor überhaupt alle gestartet sind», witzelt Speaker und Firmenlauf-Mitgründer Hanno Meier.

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Der Schweizer Firmenlauf findet jedes Jahr in St.Gallen, Bern, Basel, Genf und Zürich statt. 2013 verzeichnet er mit schweizweit rund 10 000 Teilnehmern einen neuen Rekord. Auch in St.Gallen gehen mehr Personen ins Rennen denn je – mit Teilnehmern aus insgesamt 126 Firmen. «Die Zunahme ist auf erfolgreiche Mund-zu-Mund-Propaganda zurückzuführen», sagt Andreas Fatzer, Projektleiter des Schweizer Firmenlaufs. Der Anlass habe eine starke Eigendynamik entwickelt.

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Der Firmenlauf soll gemäss Fatzer die betriebliche Gesundheit fördern, den Teamgeist stärken – und einfach Spass machen. Diesen scheinen viele gehabt zu haben. Nach dem sportlichen Effort ist die Stimmung beim gemeinsamen Essen in der Halle 3 ausgelassen. «Es ist ein super Team-Anlass. Ich würde auch 2014 gerne wieder teilnehmen», sagt Virginie Müller vom Kreisgericht St.Gallen. Dann vielleicht ja bei Sonnenschein.

Markus Stehle