Lieber Phantast als Erbsenzähler

GOSSAU. Aus weiten Teilen der Deutschschweiz sind am Donnerstag zahlreiche Interessierte nach Gossau gereist, um im Fürstenlandsaal Erich von Dänikens Vortrag «Rückkehr der Götter» zu erleben.

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Erich von Däniken nach seinem Vortrag im Gossauer Fürstenlandsaal. (Bild: Gisela Tobler)

Erich von Däniken nach seinem Vortrag im Gossauer Fürstenlandsaal. (Bild: Gisela Tobler)

GOSSAU. Aus weiten Teilen der Deutschschweiz sind am Donnerstag zahlreiche Interessierte nach Gossau gereist, um im Fürstenlandsaal Erich von Dänikens Vortrag «Rückkehr der Götter» zu erleben. Mit etwas Verspätung – er stand im Stau – eilt er kurz nach 20 Uhr, wie immer im königsblauen Veston, zum Rednerpult. In einem atemberaubenden Tempo und ohne jegliche Unterlagen erzählt er von der Zeit, als unsere Vorfahren von den Bäumen stiegen, viel Schreckliches erlebten, nichts begriffen. «Und damit den Grundstein für die Naturreligionen legten». Auf historischen Wandmalereien sei erkennbar, dass es sich bei den dargestellten Göttern nur um Ausserirdische handeln konnte. Seine Aussagen belegt der Referent mit zahlreichen Abbildungen.

Weltuntergang: «Alles Quatsch!»

Der Grossteil des Publikums ist dem 77-Jährigen offensichtlich zugetan und bekräftigt dessen Aussagen mit Kopfnicken. Aber auch «von-Däniken-Anfänger» neigen dazu, sich beeindrucken zu lassen. Die Figuren sehen tatsächlich aus, als ob sie einen Helm tragen. Und bei den Gebilden könnte es sich durchaus um Landebahnen für Raumschiffe handeln. «Ich weiss, man hält mich für einen Phantasten, besonders in der Schweiz», sagt von Däniken leicht seufzend. Trotzdem ist er stolz: «Es sind die Phantasten, die die Welt in Atem halten, und nicht die Erbsenzähler.»

Aus aktuellem Anlass kommt natürlich auch der vermeintliche Weltuntergang vom 21. Dezember 2012 zur Sprache: «Alles Quatsch», winkt von Däniken ab, «die Welt wird nicht untergehen.» Vielmehr endet nächste Woche ein grosser Zyklus in der Zeitrechnung der Maya. Deren Zahlensystem sei eine komplexe Angelegenheit, aber ein Weltuntergang sei nirgends beschrieben. Es existiere aber eine Inschrift, die besage, dass die Maya am 21. Dezember die Rückkehr des Gottes Bolon Yokte erwarten. Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass dieser tatsächlich am genannten Datum mit seinem Raumschiff landen werde. Abweichungen bis zu dreissig Jahren seien möglich, weshalb er davon ausgehe, dieses Ereignis selbst wohl nicht mehr zu erleben.

Nicht nur schmökern

Im Anschluss an seine Ausführungen nimmt sich Erich von Däniken viel Zeit für seine Anhänger, lässt sich mit ihnen fotografieren, signiert Bücher. Und rät eindringlich: «Aber nicht nur ein bisschen schmökern, sondern von vorne bis hinten aufmerksam durchlesen. Das ist alles höchst interessant.» Übernachten wird er in St. Gallen. Am nächsten Tag reist er weiter nach Deutschland, wo er weitere Vorträge über die Rückkehr der Götter halten wird. Und am ominösen 21. Dezember ist von Däniken im österreichischen Gmunden am Wolfgangsee zu Gast. Gisela Tobler