Liebe, Lust und Leidenschaft

Lustige Weiber und lüsterne Ritter: Das bietet die Komödie «Die lustigen Weiber von Windsor». Am Freitag führte die Theatergruppe des Gymnasiums Friedberg das Stück zum erstenmal auf.

Claire Micallef
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«Meine Treu, dieser Lüstling!» Sir John Falstaff protzt mit seinen Reizen bei Frau Schnell. (Bild: Michel Canonica)

«Meine Treu, dieser Lüstling!» Sir John Falstaff protzt mit seinen Reizen bei Frau Schnell. (Bild: Michel Canonica)

gossau. Die Bühne ist ihr Zuhause, das Spiel mit Emotionen ihre Leidenschaft. Ihre Belohnung: der Applaus des Publikums. Die Theatergruppe des Gymnasiums Friedberg hat schon einige Stücke auf die Bühne gebracht. Ihr neustes Werk, «Die lustigen Weiber von Windsor» von William Shakespeare, feierte am Freitag im ausverkauften Theatersaal des Gymnasiums Premiere.

Publikum mit Verbindung

In einzelnen Gruppen treffen die Besucher im Foyer ein. Menschen jeder Altersklasse sind gekommen, um der Premiere von «Die lustigen Weiber von Windsor» beizuwohnen. Um einen Kollegen, eine Tochter oder ein Geschwister auf der Bühne zu bewundern. Oder einfach, um einen unterhaltsamen Abend zu verbringen. Gelächter hallt durch das Foyer, ausgelassene Gespräche erfüllen die Luft. «Die meisten Leute hier haben eine Verbindung zum Friedberg», sagt ein Zuschauer, bevor er sich von einem Schüler seinen Platz im Theatersaal zeigen lässt.

«Sie leben die Rollen»

Licht aus, Vorhang auf: Schon gehört die Bühne den Figuren aus Shakespeares Komödie. Ihr Spiel verführt das Publikum in eine Welt mit eifersüchtigen Gatten, spielenden Frauen und verzweifelten Umgarnungsversuchen. «Die Gymnasiasten spielen nicht, sie leben ihre Rollen», sagt eine Zuschauerin.

Mit Mimik und Gestik, Körperhaltung und Parolen geben die Schauspieler den Gefühlen ihrer Charakteren Ausdruck. Begeistert taucht das Publikum in das Stück ein, beantwortet Pointen mit Gelächter und bricht nach jeder Szene in Beifall aus. «Das Publikum heute abend ist einfach super», freut sich eine Schauspielerin.

Tragödie ist einfacher

Nach etwa zweieinhalb Stunden neigt sich das Stück dem Ende zu. Der folgende Applaus gehört sowohl den Schauspielern als auch dem Regisseur Thomas Diethelm. «Ich verneige mich vor der Leistung dieser jungen Leute», sagt Diethelm. Eine Tragödie sei einfacher zu spielen als eine Komödie. «Doch die Theatergruppe hat die Herausforderung phantastisch gemeistert.»

Das Ende der Aufführung bedeutet für die meisten aber nicht das Ende des Abends. Nachdem den Schauspielern, die sich in ihren Kostümen unter die Leute gemischt haben, für ihre Leistung gratuliert wurde, suchen die Zuschauer den «Windsor Pub» im Zeichenzimmer auf. Dort lassen sie bei einem «Coffee Falstaff» oder einem «Kir Ann Page» den Abend ausklingen.

«Originell von A bis Z»

Mitten unter den Schauspielern befindet sich Thomas Diethelm. Die Freude steht dem Regisseur ins Gesicht geschrieben, als er die Gratulationen entgegennimmt. «Die Darstellung war originell von A bis Z», lobt ein Zuschauer und schüttelt Thomas Diethelm dabei die Hand. Dieser sagt: «Ich bin extrem glücklich und freue ich mich richtig auf die nächsten Aufführungen.»

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