Letztes Stündlein für «Alpenblick»

Mit dem «Alpenblick» in Wienacht wird derzeit ein überaus traditionsreiches Gebäude abgebrochen. Zur Zeit des berühmten Sänger-Ehepaars Frey-Bernhardsgrütter war das traumhaft gelegene Hotel landesweit ein Begriff.

Peter Eggenberger
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Das ehemalige Hotel Alpenblick wird dem Erdboden gleichgemacht. (Bild: Peter Eggenberger)

Das ehemalige Hotel Alpenblick wird dem Erdboden gleichgemacht. (Bild: Peter Eggenberger)

WIENACHT. In der Vergangenheit hat das in den 1880er-Jahren erstellte Gebäude eine Vielzahl von Nutzungen erfahren. Erstellt als Hotel vom Ehepaar Arnold und Annemarie Bernhardsgrütter, wurde das markante Gebäude rasch zum gerne aufgesuchten Wahrzeichen von Wienacht. Als Wirt und Hotelier unterhielt Arnold die Gäste mit Violinenspiel und Gesang, und die im Jahre 1900 geborene Tochter Mary führte mit ihrem Gatten die Musiktradition weiter.

Livemusik, Radio, Schallplatten

1934 übernahm das junge Ehepaar das Hotel und dank der Hauskonzerte, den vielen Auftritten bei Radio Beromünster und Schallplattenaufnahmen, bereits ab 1928, avancierte der «Alpenblick» zum Ausflugs- und Ferienziel erster Güte. Ernst Frey unterhielt die Gäste zudem mit Witzen, und seine Broschüre «E chli öppis zum Lache» war begehrt.

Schon bald nach dem frühen Tod von Gattin Mary im Jahre 1948 kam die Liegenschaft in andere Hände.

In der Folge diente das Haus dem Etablissement Botanica Vaduz, der freien Christgemeinde Zürich, der Gemeinde Gottes, als Schulinternat, als privates Alters- und Invalidenheim und von 1987 bis 2010 als kantonales Durchgangszentrum für Asylbewerber.

In Wienacht regte sich im vergangenen Jahr Widerstand gegen den Abbruch des Wahrzeichens, das ein gutes Stück Ortsgeschichte dokumentiert.

Mehrheitlich aber entschieden sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für den jetzt erfolgenden Abbruch und die Freigabe des Terrains für Wohnbauten.