Letzte Zustelltour nach 45 Jahren

Fast ein halbes Jahrhundert war Beda Hochreutener als Zusteller unterwegs. Nun lässt er sich pensionieren – und bleibt der Post trotzdem noch erhalten.

Drucken
Teilen
Beda Hochreutener (Bild: pd)

Beda Hochreutener (Bild: pd)

RORSCHACH. Vieles hat sich in den vergangenen 45 Jahren verändert, auch bei der Schweizerischen Post. Das Berufsbild des Zustellers hat sich grundlegend gewandelt, und die damit verbundenen Änderungen haben so manchem Angestellten Mühe bereitet. Nicht so aber Beda Hochreutener – wie es in einer Mitteilung heisst, war bei ihm genau das Gegenteil der Fall. Sich neuen Herausforderungen zu stellen, habe bei Beda Hochreutener stets neue Energien freigesetzt. Doch gesundheitliche Probleme haben dem 62-Jährigen in den vergangenen Jahren immer mehr zu schaffen gemacht. Aus diesem Grund hat sich Hochreutener entschieden, kürzerzutreten – und das Angebot einer frühzeitigen Pensionierung anzunehmen.

Wanderjahre in Brunnadern

1968 trat der an der Seminarstrasse in Rorschach aufgewachsene Beda Hochreutener die Lehre zum uniformierten Postbeamten an. Nach den für junge Pöstler obligatorischen Wanderjahren, die ihn nach Eggersriet, St. Gallen Brunnadern und Zürich führten, kehrte er 1973 in seine Heimatstadt am Bodensee zurück.

Wie es in der Mitteilung heisst, seien die darauffolgenden Jahre von stetigen Veränderungen geprägt gewesen. Ein auch für Beda Hochreutener einschneidendes Ereignis war die Überführung des Arbeitsverhältnisses vom Beamtenrecht in einen modernen Gesamtarbeitsvertrag. Damit verbunden war die Abschaffung des Beamtenstatus.

Leader ohne Beamtendenken

Doch Beda habe ohnehin nie das Denken eines typischen Beamten gehabt, heisst es weiter. Als weltoffener Mensch mit ausgeprägtem Realitätssinn habe er sich auch in die Rolle eines Unternehmers versetzen können. Als die Post vor zehn Jahren die Gruppenarbeit im Zustelldienst eingeführt hat, wurde Beda Hochreutener zum Teamleader befördert – ein für die Post «logischer Schritt». Seine Rolle als Vorgesetzter hat Hochreutener seither vorbildlich interpretiert, lange Arbeitstage waren für ihn keine Seltenheit.

Die verbleibende Freizeit, die Beda Hochreuteners berufliches Engagement hergab, nutzte er mit Reisen in ferne Länder oder Ausflügen in der Schweiz. Ein weiterer fester Bestandteil von Hochreuteners Agenda waren die Heimspiele des FC St. Gallen.

Die Region kennt ihn

«Wer ihn kennt, der weiss, dass Beda Hochreutener in seinem neuen Lebensabschnitt nicht zum Langschläfer mutieren wird», heisst es in der Mitteilung. Der Zusteller engagiert sich in seiner Freizeit im sozialen Bereich. Ausserdem steht er der Post weiterhin für kleine Arbeiten im Haus zur Verfügung. «Beda Hochreutener hat in den vergangenen Jahrzehnten einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt», heisst es. Zu seinen Zustellgebieten gehörten die Gemeinden Rorschacherberg, Goldach, Staad sowie die Stadt Rorschach. Durch seine bodenständige und gesellige Art habe er sich nicht nur bei Kundinnen und Kunden, sondern auch bei seinen Kolleginnen und Kollegen sehr beliebt gemacht. (rb)

Aktuelle Nachrichten