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Letzte Tage im Container

Am Schreibkiosk ein Gedicht bestellen oder Maskenbildnerinnen bei der Arbeit zuschauen: Das ist bis morgen Samstag im Theater-Container auf dem Marktplatz möglich. Danach schliesst er – vorübergehend.
Christina Weder
Der Container als Schreibstube: Autor Matthias Berger greift in die Tasten, Schauspieldirektor Jonas Knecht richtet ein. (Bilder: Urs Bucher)

Der Container als Schreibstube: Autor Matthias Berger greift in die Tasten, Schauspieldirektor Jonas Knecht richtet ein. (Bilder: Urs Bucher)

Ein blauer Schiffscontainer steht seit zwei Wochen zwischen den grünen Markthäuschen auf dem St. Galler Marktplatz. Es ist der kleinste Spielort des Theaters St. Gallen. Doch nicht mehr lange. Zwei Tage noch dauert das Programm.

Gestern Nachmittag sass Theaterautor Matthias Berger wie in einer gläsernen Schreibwerkstatt im Container. Vor sich hatte er seinen Laptop auf dem Tisch und etwas Proviant, ein Snickers und eine Apfelschorle. Was er schrieb, wurde direkt auf einen Bildschirm projiziert. Für den Autor war es eine Premiere, vor den Augen von Passanten zu schreiben. «Ein kleines Abenteuer», sagte er. Die Idee des Theater-Containers gefällt ihm gut. Es sei toll, das Theater aus den «heiligen Hallen» herauszuholen, in die nicht jeder hineingerate.

Zahlreiche Passanten blieben stehen

Genau das ist es, was Schauspieldirektor Jonas Knecht bezweckt. Sein Ziel ist es, das Theater näher an die Menschen heranzubringen. Das habe man mit dem Container auf dem Marktplatz erreicht. Nach zwei Wochen zieht Knecht eine positive Bilanz. Viele Passantinnen und Passanten seien vor dem Container stehengeblieben, hätten dort kurz verweilt. «Wir haben zahlreiche schöne Reaktionen erhalten.» Der Container könne bereits auf ein Stammpublikum zählen.

Der Container wurde in den vergangenen zwei Wochen nicht nur als Bühne genutzt. Er diente auch als Schreibatelier, als Werkstatt oder als Büro des Schauspieldirektors, der sich einen halben Tag lang dort einquartierte. Täglich wurde etwas geboten. Es gab Lesungen, ein Gespräch, Mini-Inszenierungen, Geschichten für Kinder. Schauspieler verlegten eine Probe in den Container oder setzten spontane Ideen um. Einer hängte vier Stunden lang Damenwäsche auf. Ein anderes Mal verteilten Ensemble-Mitglieder Komplimente an Passanten. Das habe gut funktioniert und für tolle Stimmung gesorgt.

Das Angebot im Container sollte laut Knecht vor allem «niederschwellig» sein. «Wir haben etwas geboten, ohne dass man ein Ticket lösen musste», sagt er. Passanten konnten nach Lust und Laune stehenbleiben und ein paar Minuten zuschauen. Nichts Kompliziertes sollte ihnen geboten werden, das hohe Konzentration erforderte, sondern lustige Dinge und Irritationen im Alltag.

Wiedersehen in der Adventszeit

Das Programm im Container dauert noch bis morgen Samstag (siehe Zweittext). Am Montag wird der Container abtransportiert und zwischengelagert – doch nur für kurze Zeit. Die mobile Spielstätte wird zwischen dem 26. November und dem 17. Dezember auf dem Gallusplatz zu stehen kommen. Hier plant das Theater ein Adventskalender-Programm. Man sei noch daran, dieses zusammenzustellen, sagt Knecht. Den sogenannten Container-Talk, eine Diskussion mit einem geladenen Gast, und das Kinderprogramm soll es wieder geben. Ziel sei auch, diesmal einen Flyer mit dem Programm zu gestalten. Ein solcher hatte beim laufenden Programm gefehlt.

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