Letzte Metzgete im Marktstübli?

«Büros statt Marktstübli», Ausgabe vom 18. Oktober

Hans Züst, Neuchlenstrasse 27a, 9200 Gossau
Drucken
Teilen

«Büros statt Marktstübli», Ausgabe vom 18. Oktober

Am vergangenen Freitag und Samstag verwöhnte das Freizytchörli Gossau-Flawil eine sehr grosse Anzahl Gäste an der traditionellen Metzgete im beliebten Marktstübli in Gossau mit Köstlichkeiten aus der Küche und schönen Jodelliedern. Einige Tage zuvor musste man aus der Presse erfahren, dass das Marktstübli als zusätzlicher Büroraum der Kesb umgenutzt werde. War das nun wirklich die letzte Metzgete im Marktstübli?

Das Marktstübli wurde vor vielen Jahren als Treffpunkt von Marktfahrern und Marktbesuchern während der Gossauer Märkte eröffnet. Gossauer Vereine können mit dem Betrieb der Gastwirtschaft jeweils einen schönen Batzen in die Vereinskasse verdienen. Ebenfalls kann das Marktstübli für diverse Anlässe von Vereinen oder teilweise auch Privatpersonen gemietet werden. Auf diese Weise hat sich das Gossauer Marktstübli sehr gut bewährt, ist bekannt und auch sehr beliebt. Wie viele Gossauer aber auch Auswärtige haben nicht schon viele frohe Stunden im Marktstübli, Läuferstübli und Jodlerstübli verbracht? Mit dem Schliessen dieses gemütlichen Treffpunktes verschwindet wieder ein Stück Kultur. Den Vereinen wird eine interessante und sichere Einnahmequelle weggenommen. Wird damit wirklich und realistisch gespart? Bezahlen nicht auch die Steuerzahler die Kesb? Bis nur die Umbaukosten von 270 000 Franken amortisiert sind, dauert es eine Weile. Sollte der Entscheid nun doch definitiv sein, was bedauerlich stimmen würde, wäre es angebracht, wenn den Vereinen ein gleichwertiger Ersatz für ihre kleineren Anlässe angeboten würde. Vielleicht könnte man so die vor einigen Jahren teilweise erneuerte Küche des Marktstüblis noch sinnvoll nutzen?