«Leserbriefe gehören nicht in ein Gemeindeblatt»

Ein Muoler wollte einen Leserbrief im Gemeindeblatt veröffentlichen lassen. Gemeindepräsident Bernhard Keller nimmt Stellung, warum das nicht ging.

Oliver Schneider
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Bernhard Keller Gemeindepräsident Muolen (Bild: Ralph Ribi)

Bernhard Keller Gemeindepräsident Muolen (Bild: Ralph Ribi)

Im Leserbrief im Tagblatt vom 18. April beschwert sich Toni Kempf, dass neu im Dorf Feuerwehroffiziere und nicht der Samariterverein Erste Hilfe leisten. Dieser wurde nicht im Muoler Gemeindeblatt publiziert. Warum?

Bernhard Keller: Der Grund dafür hat nichts mit dem Inhalt des Leserbriefs zu tun. Schon vor Jahrzehnten hat der Gemeinderat Muolen entschieden, dass im Gemeindeblatt keine Leserbriefe abgedruckt werden. Seitdem hat man es nie für nötig gehalten, an dieser Bestimmung etwas zu ändern.

Wurde das Herrn Kempf auch so mitgeteilt?

Keller: Die Redaktion des Muoler Gemeindeblattes hat den Text als Leserbrief eingestuft. Dies hat sie Herrn Kempf so mitgeteilt und ihm eine sachliche Begründung gegeben, warum dieser Artikel nicht ins Gemeindeblatt gehört. Zugleich wurde auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, eine Zeitung anzuschreiben.

Sollte das Gemeindeblatt nicht eine Plattform für die Stimmen der Bürger sein?

Keller: Das ist richtig. Würde aber jede Gefühlsbewegung der Bürger im Gemeindeblatt abgedruckt, so wäre der Gemeinderat nur noch mit Stellungnahmen zu den Leserbriefen beschäftigt. Eine Bürgerversammlung ist die richtige Plattform, um den Bürgern eine Stimme zu geben.

Wie beurteilen Sie den Inhalt des Leserbriefs?

Keller: Der Inhalt weist viele Unwahrheiten auf. Beispielsweise hat der Gemeinderat die Samariter vergangenes Jahr mit dem Prix Benevol ausgezeichnet und so deren Freiwilligenarbeit gewürdigt. Dieser Leserbrief ist ein gutes Beispiel, warum Meinungsäusserungen der Bürger nicht im Gemeindeblatt publiziert werden sollten.

Wie reagiert der Gemeinderat nun auf diesen Inhalt?

Keller: Der Gemeinderat wird voraussichtlich am 1. Mai eine Stellungnahme im Gemeindeblatt veröffentlichen, um die Fakten noch einmal darzulegen. Darüber hinaus ist ein Gespräch mit Herrn Kempf geplant, um Ungereimtheiten aus dem Weg zu räumen.