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Lesben vernetzen sich

Nach Zürich, Bern, Basel, der Innerschweiz und dem Thurgau gibt es neu in St. Gallen eine Wybernet-Gruppe. Das Netzwerk will mit dem Tabuthema Homosexualität brechen.
Michèle Vaterlaus
Sabine Cappel engagiert sich im Vorstand des Netzwerks Wybernet, das sich für lesbische Frauen im Berufsleben einsetzt. (Bild: Michel Canonica)

Sabine Cappel engagiert sich im Vorstand des Netzwerks Wybernet, das sich für lesbische Frauen im Berufsleben einsetzt. (Bild: Michel Canonica)

Im Netzwerk Wybernet schliessen sich Berufsfrauen zusammen. Sie alle sind lesbisch. Manche haben sich geoutet, andere leben ihre Liebe versteckt. Bei Wybernet spielt das aber keine Rolle. «Wir können uns ungezwungen austauschen, von unseren Erfahrungen berichten und ein berufliches Netzwerk aufbauen», sagt Sabine Cappel, Vorstandsmitglied von Wybernet. Der Austausch sei von Bedeutung, denn im Berufsleben der meisten lesbischen Frauen tauche die Frage auf: «Soll ich mich outen?»

Keine Probleme mit dem Outing

Sabine Cappel hat eine Lehre zur Verkäuferin und dann zur Elektronikerin absolviert. Mittlerweile ist sie Beraterin in Facility Management. Sie selbst hat keine schlechten Erfahrungen mit ihrer Homosexualität im Berufsleben gemacht. «Natürlich habe ich mich nie so vorgestellt: <Ich bin Sabine Cappel und ich bin lesbisch>», sagt die 44-Jährige. Dennoch sei ihre sexuelle Orientierung nie ein Geheimnis gewesen und habe für sie nie ein Hindernis dargestellt. Auch mit dem Outing habe sie keine Probleme gehabt. «Ich hab meinen Eltern halt eines Tages eine Freundin vorgestellt.»

Vorurteile abbauen

Sabine Cappel hatte Glück. Denn Leute stünden Frauen, die Frauen lieben, nach wie vor skeptisch gegenüber, sagt sie. Ziel von Wybernet sei deshalb, neben der beruflichen Vernetzung auch Vorurteile der Gesellschaft gegenüber Lesben abzubauen. Doch kapseln sich lesbische Frauen nicht eher von der restlichen Berufswelt ab, wenn sie sich in einem eigenen Netzwerk organisieren? «Nein», sagt sie, «lesbische Frauen können sich über bestimmte Anliegen nicht mit anderen Frauen austauschen. Für sie ist es fremd, dass ihre sexuelle Orientierung am Arbeitsplatz ein Problem sein kann.» Ausserdem sei Wybernet im Dachverband Alliance F., dem Bund schweizerischer Frauenorganisationen. «Das heisst, wir schliessen uns keineswegs aus.» Zudem sei ein Netzwerk wie Wybernet wichtig, weil es nach wie vor Diskriminierungen lesbischer Frauen in der Arbeitswelt gebe.

Jede muss für sich entscheiden

Damit spricht Sabine Cappel Stimmen an, die der Meinung sind, das Thema Sexualität habe nichts am Arbeitsplatz verloren: «Sie wird zwangsläufig irgendwann zum Gespräch.» Sei es in der Kaffeepause bei Fragen nach Kindern oder dem Partner oder beim Weihnachtsessen, wo die Frage auftaucht: Partnerin mitbringen oder nicht?

Durch ihre Arbeit bei Wybernet will Sabine Cappel Frauen zu einem Outing motivieren. «Aber ich sage keiner Frau, wie sie sich im konkreten Fall verhalten soll.» Ob sich eine Lesbe outen will oder nicht, sei von ihrer Einstellung, von ihrem beruflichen wie auch privaten Umfeld abhängig. «Jede Frau muss für sich entscheiden.» Und sie fügt an: «Erst wenn das Lesbischsein kein Thema mehr ist, haben wir es geschafft.»

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