Lernprozess auf beiden Seiten

Wenn ein Gemeindepräsident zwei Monate nach seiner Wiederwahl – notabene nach einer Kampfwahl – einfach den Pickel verwirft, muss er mit Reaktionen rechnen. Was ist der Grund für den plötzlichen Abgang?

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Wenn ein Gemeindepräsident zwei Monate nach seiner Wiederwahl – notabene nach einer Kampfwahl – einfach den Pickel verwirft, muss er mit Reaktionen rechnen. Was ist der Grund für den plötzlichen Abgang?

Markus Peter, seit 2001 Eggersrieter Gemeindepräsident, liess seine Gemeinde zwei Monate lang im ungewissen, um auf den immer grösser werdenden öffentlichen Druck hin nun doch noch auszupacken. Der wahre Grund war nicht, dass der Präsident Student wird und bereits ein Studium in Rechtswissenschaften angefangen hat. Markus Peter hatte schlicht genug von all den Intrigen, denen er sich seit September ausgesetzt sah. Nun, der 44-Jährige dürfte seine Lehren gezogen haben. Ein Gemeindepräsident ist eine öffentliche Person, gewählt durch die Bürgerschaft. Und die hat Anrecht auf Informationen. Auch wenn es um den Rücktritt ihres Gemeindeoberhaupts geht, so persönlich die Gründe dafür sein mögen. Und dies erst recht so kurz nach der Wiederwahl.

Die Eggersrieter und Gruber haben von Peters Lernprozess wenig. Sie wissen jetzt zwar, woran sie sind, aber sie haben bald keinen Gemeindepräsidenten mehr. Dass das Kapitel Peter schon so bald abgeschlossen sein würde, damit hatte in den beiden Dörfern niemand gerechnet. Nicht einmal Peter selber.

Nun gilt es, vorwärtszuschauen und die Lücke zu füllen. Die Findungskommission ist gebildet, erste Inserate sind geschaltet. Und das Gremium scheint durchaus zu wissen, was die Gemeinde braucht, wie der Wortlaut der Ausschreibung beweist. Bürgernah soll der neue Gemeindepräsident, die neue Gemeindepräsidentin sein. Zukunftsorientiert, flexibel, belastbar, entscheidungsfreudig – und kommunikativ.

Was letzteres betrifft, wäre der Gemeinde zu wünschen, dass nicht nur ihr scheidender Präsident seine Lektion gelernt hat.

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch

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