LEITUNGSNETZ: Millionen gegen «nasse Füsse»

Der Grundwasserspiegel in Gossau steigt an. Um ihn zu stabilisieren, plant die Stadt ein 3,3-Millionen-Projekt.

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Die Stadt Gossau schreibt bildlich von «nassen Füssen», wenn sie über die Häuser im Gossauer Zentrum spricht. Nur wenige Meter unter der Erdoberfläche verläuft nämlich ein Grundwasserleiter im Untergrund der Stadt von Ost nach West. Da das Grundwasser ansteigt, müssen die Häuser vor Nässe bewahrt werden.

Dies geschah in der Vergangenheit, indem die Häuser durch Sickerleitungen vor eindringendem Wasser geschützt wurden. Zudem wurde die Kanalisation mancherorts absichtlich undicht gebaut, sodass das Wasser darüber abfliessen konnte. Dies barg jedoch die Gefahr, dass umgekehrt auch Abwasser ins Grundwasser gelangen konnte – und schliesslich im Trinkwasser landete. Deshalb wurden in den vergangenen Jahren ausschliesslich dichte Leitungen erstellt, weshalb nun der Grundwasserspiegel unter dem Gossauer Zentrum angestiegen ist.

Arbeiten auf andere Projekte abstimmen

Dem will die Stadt entgegenwirken: Für rund 3,3 Millionen Franken soll in den nächsten Jahren der Grundwasserspiegel stabilisiert werden. Insbesondere zwischen der Sonnenstrasse, der St. Gallerstrasse und der Hir­schenstrasse nördlich des Dorfbachs sowie zwischen Bahnhofstrasse, Quellenhofstrasse und Lindenwiesstrasse südlich des Bachs soll der Wasserspiegel reguliert werden. In diesem Gebiet wird ein Leitungsnetz von zwei Kilometern Länge erstellt. In den Strassen, die von Norden nach Süden verlaufen, werden Sickerleitungen verlegt. Sie nehmen das Grundwasser auf und führen es zu einer Sammelleitung beim Dorfbach. Wie der Gossauer Stadtrat weiter schreibt, hat er das Tiefbauamt beauftragt, die Planung voranzutreiben. So sollen die Leitungen in den nächsten Jahren etappiert gebaut werden. Die Arbeiten sollen möglichst auf andere Tiefbauprojekte abgestimmt werden. Die notwendigen Kredite werden über das Investitionsbudget eingeholt. (sk/nh)