Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

LEIDENSCHAFTLICH: Familiensache in Zermatt

Die Zubers aus St. Gallen sind passionierte Läufer. Vater Ralf, Mutter Helen und Sohn Martin bewältigten eine Herausforderung am 16. Gornergrat-Zermatt-Marathon gemeinsam.
Pascal Berger, Zermatt
Eine Familie, eine Passion: Helen, Martin und Ralf Zuber (rechts). (Bild: Pascal Berger)

Eine Familie, eine Passion: Helen, Martin und Ralf Zuber (rechts). (Bild: Pascal Berger)

Pascal Berger, Zermatt

sport@tagblatt.ch

Eigentlich hat sich Helen Zuber den Samstag anders vorgestellt. Sie hat sich auf den Halbmarathon gefreut, auf die nahrhafte Strecke von Zermatt hinauf auf den Riffelberg, normalerweise fällt ihr das leicht. Aber dann muss die St. Gallerin leiden, sie hat Darmprobleme. Aber deswegen aufhören? Oder gar nicht erst an den Start gehen? Kommt nicht in Frage.

Sie startet, und sie läuft, obwohl sie «null Kraft» hat, wie sie sagt. Das Ziel erreicht sie in 2:54.36,5 Stunden – gleichzeitig mit ihrem Mann Ralf. Und ein paar Stunden später erreicht der dritte Zuber das Ziel. Martin hat den Marathon bestritten und dafür 6:27.10,6 Stunden gebraucht. Der Sohn ist zufrieden mit seiner Leistung, der Vater ist es erst recht, er sagt: «Es lief mir hervorragend.» Und Helen Zuber? ­Irgendwann findet auch sie ihr Lachen wieder: «Hauptsache, wir haben es alle geschafft.»

Die Idee entstand bei einem Bier

Die Liebe der Zubers zum Anlass in Zermatt begann mit einer Idee beim Bier. Martin traf seinen zukünftigen Schwager, der in Brig lebt und davon redete, wie reizvoll es doch wäre, den Berg hochzurennen, das Matterhorn zu sehen und nach 42,195 Kilometern auf dem Riffelberg die Ziellinie zu überqueren. Die beiden schaukelten sich verbal gegenseitig hoch. «Wenn du das schaffst», sagte Martin schliesslich, «dann kann ich das auch.» Und ja, natürlich sollte es die lange Distanz sein. Die Mutter erinnert sich, wie er augenzwinkernd argumentierte: «Mit halben Sachen fange ich gar nicht erst an.»

2012 war der Moment da, sich einzuschreiben und an den Start zu gehen – es war die Marathon-Premiere für Martin. Daheim schwärmte er vom Panorama, von der Ambiance. Und als Helen Zuber davon hörte, als sie auch Bilder sah, wusste sie als passionierte Läuferin: Da möchte ich auch einmal dabei sein. Zu ihrem 50. Geburtstag erhielt sie als Geschenk einen Startplatz in Zermatt. Sie, die über die flache Distanz ihre Marathon-Bestzeit von 3:08 Stunden mit 35 Jahren aufstellte, benötigte bei ihrer Premiere in Zermatt 4:43.04,9 Stunden. Inzwischen hat der Anlass einen Stammplatz in der Jahresagenda.

Die Mutter ist die stärkste Läuferin

Der 55-Jährigen macht es Spass, Lauf um Lauf zu bestreiten. Und ihr macht es zu schaffen, wenn sie verletzungshalber wie zuletzt pausieren muss und deswegen in Zermatt «nur» den Halbmarathon bestreitet. «Beim Laufen», sagt sie, «kann ich am besten vom beruflichen Alltag Distanz gewinnen und den Kopf lüften.» Was im Hause Zuber die Laufstärke angeht, ist Helen die Stärkste. «Mit Abstand», stellt ihr Mann Ralf klar, der mit ihr zwar praktisch jedes zweite Wochenende am Start eines Rennens steht, sie aber erst im Ziel wieder sieht: «Ich bin chancenlos gegen sie. Wenn sie läuft, tut sie das mit einigem Ehrgeiz.» Ralf Zuber, 57, und wie Helen bei einem Betreibungsamt angestellt, spielte früher bei Fortuna St. Gallen Fussball auf tiefer Amateurstufe, fand 1990 zum Laufsport. Heute ist er wie Helen Mitglied beim LC Uzwil, trainiert mindestens zweimal pro Woche und rundet sie mit einem Wettkampf am Samstag oder Sonntag ab. Dazu kommt eine Einheit auf dem Rennvelo. Nur übertreiben mag er es nicht. Auf die Frage, warum er sich in Zermatt nicht an den Marathon heranwagt, antwortet er: «Da bin ich zu sehr Genussläufer. Die ­volle Distanz wäre mir zu anstrengend.»

Das wiederum trifft auf den Sohn nicht zu. Der 31-jährige Buchhalter aus Wittenbach, FC St. Gallen-Fan wie sein Vater und auch Saisonkarteninhaber, zählt sich deswegen nicht zu den «Angefressenen». Natürlich gehen Strapazen wie in Zermatt nicht spurlos an ihm vorbei, aber vor vier Jahren machte er erstmals die Erfahrung, dass sie nicht so schlimm sind wie befürchtet. Martin Zuber rechnete damit, auf dem Weg nach oben leiden zu müssen – und fand dann unterwegs während 6:36.02,9 Stunden doch Zeit, um die Schönheit der Gegend zu geniessen. Am Ende war er so überwältigt, dass er kaum wahrnahm, dass die Beine ziemlich schwer waren. Zermatt und die Zubers, das passt. Und Vater Ralf hat bereits angekündigt: «Wir werden auch nächstes Jahr wieder dabei sein.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.