Leidenschaft für Expo brennt

Die geplante Expo27 würde der Region viele Chancen bringen, waren sich die Regierungsrats- und Kantonsratskandidaten am Donnerstag einig. Bei der Podiumsdiskussion in Mörschwil blieb die grosse Diskussion aus.

Alessia Pagani
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Zahlreich: Neun Kantonsratskandidaten kamen der Podiumseinladung nach und standen dem Tagblatt-Moderator Red und Antwort; die heiteren Gesichter sprechen Bände. (Bild: Alessia Pagani)

Zahlreich: Neun Kantonsratskandidaten kamen der Podiumseinladung nach und standen dem Tagblatt-Moderator Red und Antwort; die heiteren Gesichter sprechen Bände. (Bild: Alessia Pagani)

MÖRSCHWIL. Spärlich betraten die Besucher am Donnerstagabend den Gemeindesaal. «Beim Maskenball hatte es mehr Leute», kam prompt eine Reaktion aus dem Publikum. Erst kurz vor Beginn füllte sich der Saal, bis schliesslich über 100 Gäste Platz nahmen. Die Ortsparteien der FDP, SVP und CVP hatten zu einer Podiumsdiskussion mit Regierungs- und Kantonsratskandidaten geladen. Wer sich eine lebhafte Diskussion erhofft hat, wurde enttäuscht. Die Politiker zeigten sich «pflegeleicht», Streitmomente fehlten.

Euphorie um Expo-Projekt

Am Aufhänger der Expo27 wird die Entwicklung der Region Rorschach und des Kantons St. Gallen thematisiert, werden deren Chancen und Herausforderungen genannt. Den Anfang machten die Regierungsratskandidaten Martin Klöti (FDP), Beni Würth (CVP), Stefan Kölliker (SVP), Marc Mächler (FDP, neu), Bruno Damann (CVP, neu) und Herbert Huser (SVP, neu). Ruhig und übereinstimmend beantworten sie die Fragen von Moderator Roland Brändli.

Die Euphorie für das geplante Grossprojekt ist an diesem Abend dennoch überall spürbar. «Ich bin beeindruckt von der Präsentation», sagt Stefan Kölliker nach der visuellen Erklärung des Siegerprojekts. Und Huser spricht von einer «phantastischen Idee», die in die «reale Welt» integriert werden müsse. Man war sich einig: Die Nachhaltigkeit für die Region muss im Zentrum stehen, so könne die Region langfristig einen Nutzen aus dem Projekt ziehen. «Durch das Projekt kommen viele Besucher. Und es bleibt etwas für uns übrig», sagt Martin Klöti.

Beni Würth, Mitglied der Steuerungsgruppe, wird zum Masterplan befragt. «Was die Finanzen anbelangt, ist die Expo eine Herausforderung. Dies, weil wir sehr konkret planen müssen, ohne dass wir jede Finanzierungszusage haben. Die Wirtschaft braucht Entscheidungen kurzfristiger als die Politik.» Dies sei eine der Herausforderungen: «Wie gehen wir das an, dass wir dem Anspruch nach finanzieller Planungssicherheit nachkommen können.» Immer wieder hat der wortgewandte Politiker die Lacher des Publikums auf seiner Seite. Eine Antwort zum Kostenrahmen konnte auch er noch nicht geben. Marc Mächler wird ebenfalls zu den Kosten befragt. «Es ist schwierig, heute abzuschätzen, wie viele Kosten auf uns zukommen. Aber das ist jetzt auch noch nicht relevant.» Immer wieder weisen die Anwesenden darauf hin, dass es sich beim Siegerprojekt erst um eine Vision und nicht um ein ausgereiftes Konzept handele. Vieles bleibt an diesem Abend offen.

Kandidaten wenig streitlustig

Die Befragten wechseln und die Bühne wird voller. In einer zweiten Diskussionsrunde werden Themen wie die Verkehrssituation, der Richtplan, steigende Sozialkosten, das Asylwesen oder der Wahlkampf aufgegriffen. Neun Kantonsratskandidaten stellen sich den Fragen von Tagblatt-Moderator Rudolf Hirtl. Diese haben es in sich: Raphael Frei (FDP) wehrt sich gegen die Aussage, sein Wahlkampf-Auftritt sei ein «Chasperlitheater», und Michael Götte muss sich zur mangelnden Wahrnehmung seiner Person äussern. Jürg Bereuter (FDP) muss Stellung beziehen zur Unterführung und betitelt diese als «einmalige Gelegenheit». Der Moderator kann die Politiker aber kaum aus der Reserve locken. Es scheint, als ob sie an diesem Abend keine Angriffsfläche bieten wollen. Dies zeigen abschliessend auch die Wortmeldungen aus dem Publikum; es sind nur zwei.

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