Leichte Musik, die beflügelt

Mit dem Auftritt am Sonntag im Andreaszentrum in Gossau feiert das Veteranenspiel St. Gallen und Umgebung das 50-Jahr-Jubiläum. Präsident Willi Hörler sagt, dass der Verein laufend Zuwachs erhält und es viele neue Einfälle gibt.

Angelina Donati
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Präsident Willi Hörler spielt Pauke und Tschinellen. Manchmal auch beides gleichzeitig. (Bild: Ralph Ribi)

Präsident Willi Hörler spielt Pauke und Tschinellen. Manchmal auch beides gleichzeitig. (Bild: Ralph Ribi)

GOSSAU. Das Veteranenspiel St. Gallen und Umgebung zieht seit jeher die ältere Generation an seine Konzerte. Und auch die Mitglieder selber sind zwischen 60 und 81 Jahren, wie Präsident Willi Hörler sagt. «Wir spielen böhmische Blasmusik, leichte Märsche und Polkas», beschreibt der Herisauer das Repertoire des Musikvereins. Dass sich die Jüngeren für diese Musik nicht begeistern lassen können, findet Hörler völlig in Ordnung. «Es soll verschiedene Sparten geben, damit jeder seinen Lieblingsstil wählen kann.»

Neues Probelokal gesucht

Trotz Fernbleiben der jungen Bevölkerung braucht sich der Verein um seine Existenz nicht zu fürchten. Er darf auf ein äusserst treues Publikum zählen. Der Besucheraufmarsch sei jeweils sehr gross. «Im vergangenen Jahr kamen über 370 Personen ins Andreaszentrum nach Gossau, um unseren Auftritt zu hören und sehen», freut sich Hörler, der Tschinellen und Pauke spielt. Der Saal im Andreaszentrum habe sich als ideal erwiesen. Hier können die Mitglieder nicht nur ihre Proben abhalten, sondern auch das Jahreskonzert durchführen: «chäibe gäbig», meint Hörler. Umso mehr bedauert der 76-Jährige, dass der Verein mit dem Unterhaltungsnachmittag von übermorgen Sonntag wohl zum letztenmal im Andreaszentrum auftreten wird. Nächstes Jahr wird es schliessen und dem Neubau des Alterszentrums Fürstenland weichen.

Die Suche nach einem neuen Lokal beginnt für den Verein damit wieder von vorne. Denn bereits zuvor, als das «Kreuz» in Winkeln seine Türen schloss, musste sich der Verein umsehen. Ob der Verein nun in das wiedereröffnete «Kreuz» zurückkehren wird, steht noch nicht fest. Für das Jahreskonzert müsste dann ohnehin wieder ein anderer, grösserer Saal gefunden werden. Platz genug hätte es im Fürstenlandsaal in Gossau – der ideale Standort also? «Die Saalmiete dort ist für uns viel zu teuer», sagt Hörler. Schliesslich müsse sich das Veteranenspiel St. Gallen und Umgebung selber finanzieren. Da der Verein nicht ortsansässig ist, werde er nicht subventioniert. «Vor einem Jahr haben wir eine Gönner- und Passivmitgliedschaft eingeführt, worauf wir bereits grosszügige Unterstützung erhalten haben.»

Als Einheit auftreten

Geprobt wird einmal im Monat. Diese wenigen Treffen sind es, die bei den Veteranen auf Anklang stossen. «Im Alter will man sich diesen Stress mit den vielen Terminen nicht mehr antun.» Auch deshalb erhalte der Verein laufend Zuwachs. Aktuell liegt die Mitgliederzahl bei 35. Beim Präsident selber scheint allerdings immer viel los zu sein. Seit 2011 hat er das Amt inne und spielte bis anhin in über 30 Musikvereinen mit. «Wäre ich in keinem Verein mehr, hätte ich schon längst Entzugserscheinungen», sagt Hörler und lacht.

Neben dem Jahreskonzert tritt der Verein an anderen Anlässen wie Jubiläen und Gewerbeausstellungen auf. Immer wieder entstehen zudem neue Vorschläge. Auch wird er für Tagungen von Militärveteranen aufgeboten. Und auf Initiative des Präsidenten ist die Aufmachung an allen Auftritten einheitlich: Angeschriebenes Hemd, schwarze Hose, Krawatte und Hut.

Konzert am So, 14 Uhr, Andreaszentrum Gossau, Eintritt frei