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LEICHTATHLETIK: Hürdenläuferin des LC Brühl startet an der Schweizer Nachwuchsmeisterschaft

Im Sommer verpasste Larissa Bertényi die U20-EM in Italien. Nun nimmt die Hürdenläuferin des LC Brühl einen neuen Anlauf und startet an der Schweizer Nachwuchsmeisterschaft.
Raya Badraun
Larissa Bertényi ist in dieser Saison die zweitschnellste Schweizerin über 60 m Hürden. (Bild: Urs Bucher)

Larissa Bertényi ist in dieser Saison die zweitschnellste Schweizerin über 60 m Hürden. (Bild: Urs Bucher)

Raya Badraun

raya.badraun@tagblatt.ch

Zwei Wochen vor der U20-EM verletzte sich Larissa Bertényi im Training. Bei einem Sprint zog sie sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. «Mit sehr viel Schmerzmittel» hätte sie nach Grosseto in Italien reisen und am Grossanlass teilnehmen können. Doch das Risiko wollte die 17-jährige Rheintalerin nicht eingehen. «Wenn ich verletzt oder angeschlagen bin, dann starte ich nicht», sagt sie. Doch so einfach, wie dieser Satz klingt, war es längst nicht. Bertényi hatte Mühe mit der Situation. Auch der Hürdentrainer Markus Schaffner vom LC Brühl hat das gespürt. Von der Verletzung erholte sich die Athletin zwar. Vom Kopf her war sie jedoch nicht mehr bereit für ein weiteres Rennen. So verzichtete sie in der zweiten Saisonhälfte auf Einsätze. Im vergangenen Herbst, während der Trainingspause, wurde es jedoch nicht besser. «Es war schwierig, das alles zu verkraften», sagt Bertényi. Sie realisierte, was sie im Sommer verpasst hatte. Und fragte sich, was der ganze Aufbau gebracht habe, wo sie am Ende ja doch nicht starten konnte. Schaffner versteht das: «Sie hatte ein grosses Ziel verpasst.»

2016 meldete der Schweizer Leichtathletik-Verband Swiss Athletics, dass im Jahr darauf keine Athleten an die U18-WM nach Kenia geschickt werden. Der Grund waren damals Sicherheitsbedenken. Also entschied Bertényi zusammen mit Schaffner, sich stattdessen auf die U20-EM zu konzentrieren. «Ich war mir sicher, dass sie die Limite schaffen wird», sagt der Trainer. Schliesslich unterbot sie diese bereits im zweiten Saisonrennen über 100 m Hürden deutlich.

«Ihr Körper ist noch nicht dafür gemacht»

Wenige Tage vor der Verletzung startete Bertényi in Mannheim an einer Juniorengala. Dort überquerte sie die Ziellinie nach 13,76 Sekunden. Damit hätte sie an der U20-EM in Grosseto mindestens den Halbfinal erreicht. «Für ihr Alter hat Larissa einen starken Motor und extrem viel Power», sagt Schaffner. Das erklärt die schnellen Zeiten, es kann jedoch auch zu einem Problem werden, wenn die Belastung zu gross wird. Denn: «Ihr Körper ist eigentlich noch nicht dafür gemacht.» Im Herbst ging Schaffner nach Deutschland, um im Austausch mit einem Trainerkollegen nach einer Lösung zu suchen.

Als die Vorbereitung für die Hallensaison begann, kam die Freude zurück. «Ich sah, was der Sport mir alles gibt», sagt Bertényi, die an der United School of Sports eine Lehre zur Kauffrau macht. Da sind nicht nur die Freunde, die sie in der Trainingsgruppe gefunden hat. Sie mag es auch, sich selber herauszufordern, zu sehen, was alles möglich ist. «Manchmal müssen wir im Training sechs Mal 200 Meter sprinten. Da bin ich nach dem ersten Lauf schon so erschöpft, dass ich mich frage, wie ich die anderen Sprints noch schaffen soll.» Solche Momente gebe es auch im Leben. Es tue ihr gut zu sehen, dass es trotzdem möglich ist, dass sie auch die anderen fünf Läufe noch schafft. «Sie ist extrem fokussiert», sagt Schaffner. «Auch wenn man das nicht immer vermutet.» Hin und wieder wirke sie verträumt. Oder dann erzählt sie im Training Geschichten aus ihrem Alltag, kommt richtig in ein Feuer. Auch deshalb beschreibt er sie als farbigen Vogel, als eine Lebefrau. Wenn sie jedoch an der Reihe ist, Leistung abrufen muss, kann die Widnauerin den Schalter ohne Probleme umlegen.

«Sie erinnert mich immer wieder an Andreas Kundert», sagt Schaffner. Wie der Schweizer Rekordhalter im Hürdensprint hat auch sie eine gute Auffassungsgabe. Gibt Schaffner ihr einen Verbesserungsvorschlag, kann sie diesen bereits beim nächsten oder übernächsten Anlauf umsetzen. So war es auch in diesem Winter.

In jedem Rennen schneller

Schaffner ist der Tüftler unter den Trainern. Die Ideen, die er in Deutschland gesammelt hatte, entwickelte er weiter. So entstanden verschiedene Bewegungs- und Kraftübungen, die weitere Verletzungen vorbeugen und die Athletik verbessern sollen. «Es ist ein Prozess, der noch im Gange ist», sagt Schaffner. Erste Fortschritte hat er jedoch bereits beobachtet – bei der ganzen Hürdengruppe. In jedem Rennen über 60 m Hürden senkte Bertényi ihre Zeit. Mit 8,52 Sekunden ist sie in diesem Winter die zweitschnellste Schweizerin. Damit gehört Bertényi nicht nur bei der Nachwuchsmeisterschaft zu den Medaillenkandidatinnen, sondern auch in einer Woche bei den Aktiven. Schaffner ist überzeugt, dass sie sich auch im Sommer deutlich steigern wird, wenn es so weiter geht. Im kommenden Juli findet dann die U20-WM im finnischen Tampere statt. «Ich hoffe, dass ich dieses Mal dabei bin», sagt Bertényi, die wenige Wochen vor dem Titelkampf 18 Jahre alt wird.

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