Lehrkräfte sind schon genug unter Druck

Stellvertretung für Lehrkräfte: Schmerzgrenze scheint erreicht Ausgabe vom 21. November 2014 Lehrer der Stadtschule kritisieren Sparübung Ausgabe vom 5. November 2014

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Die Stadt muss sparen. Dass auch die Schule ihren Beitrag leisten muss, ist nachvollziehbar. Immerhin sind im Budget 2015 insgesamt mehr als 158 Millionen für die Direktion Schule und Sport vorgesehen. Über den konkreten Sparvorschlag bei den Stellvertretungen bin ich aber etwas irritiert. Bis heute ist nicht klar, ab wann diese Regelung gilt und für welche Abwesenheiten. Werden die Lehrerkollegen bestraft, wenn die Lehrerin ein politisches Mandat (zum Beispiel im Stadtparlament) ausübt? Wann ist eine Lehrperson genug krank, um ihren Kollegen einen zusätzlichen Betreuungsaufwand zuzumuten? Immer wieder ist zu lesen, dass besonders Lehrpersonen stark beansprucht sind und Gefahr laufen, nach einigen Jahren den Beruf nicht mehr ausüben zu können. Die nun vom Stadtrat beschlossene Massnahme vergrössert den Druck auf die Lehrpersonen und ist deshalb ein Widerspruch zu den stadträtlichen Beteuerungen, wie wichtig eine gute Schule (und motivierte Lehrer) für die Stadt St. Gallen ist.

Vielmehr erwarte ich, dass zusammen mit den Lehrerverbänden eine Auslegeordnung über mögliche Sparmassnahmen vorgenommen wird. Es erstaunt, wenn die wichtigsten Mitarbeiter der Direktion Schule und Sport nicht in derartige Überlegungen eingebunden werden. Die Lehrerverbände nehme ich dabei in die Pflicht, kritisch den Schulalltag auf Einsparungen zu prüfen und Alternativen aufzuzeigen.

Patrik Angehrn

Wenigerstr. 32a, 9011 St. Gallen