Lehrkräfte der Musikschule spielen von Klezmer bis Klassik

BUECHEN. Rainer Thiede, der Leiter der Musikschule am Alten Rhein, begrüsste im Pfarrsaal der evangelischen Kirche Buechen die zahlreichen Gäste zum Jahreskonzert am vergangenen Wochenende, das schon traditionell zum Jahresbeginn stattfindet.

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Angela Grob trägt ihren Sohn auf dem Arm und singt «Giunse alfin il momento» von Wolfgang Amadeus Mozart. (Bild: Richi Bischof)

Angela Grob trägt ihren Sohn auf dem Arm und singt «Giunse alfin il momento» von Wolfgang Amadeus Mozart. (Bild: Richi Bischof)

BUECHEN. Rainer Thiede, der Leiter der Musikschule am Alten Rhein, begrüsste im Pfarrsaal der evangelischen Kirche Buechen die zahlreichen Gäste zum Jahreskonzert am vergangenen Wochenende, das schon traditionell zum Jahresbeginn stattfindet.

Hochzeit mit Kind auf dem Arm

Den Einstieg mit der Arie Rejoice aus dem Messias von Georg Friedrich Händel machte die Sopranistin und Gesangslehrerin Angela Grob. Sie trug ihren kleinen Sohn auf dem Arm und sang «Giunse alfin il momento» aus der Hochzeit des Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart mit kräftiger, klarer Stimme und weichem Timbre. Einfühlsam und sicher begleitet sie Jaroslaw Netter am Flügel. In dunklen Tonfarben und akzentuierten Rhythmen entführte Lydia Gorecki-Krysta in die Mystik von Frederic Chopins Klaviermusik.

Solistische Höhenflüge

Einen Höhepunkt bildete der 1. Satz aus dem Harfenkonzert von Reinhold Glière. Der Spätromantiker hat es verstanden, die Harfe als Soloinstrument und tragendes Element eines Konzerts einzuarbeiten. Vorgetragen wurde es von der Harfenistin Christina Kurz, am Klavier begleitet von J. Netter.

Ein Künstler seines Fachs ist der junge Thaler Cellist Thomas Berchtold. Er wagte sich an das Werk des Spaniers Gaspar Cassadó. Er schrieb in Anlehnung an die barocke Suite ein modernes Werk, das an einen Cellisten technisch wie tonlich hohe Ansprüche stellt. In der Sparte «Exotisches» ist wohl das Marimbaphon einzuordnen – ein Instrument als Vergrösserung und Weiterentwicklung des Xylophons. Christoph Indrist spielte mit zwei Schlegeln in jeder Hand und erzeugt damit einen grossen Klangraum. Im Marimbakonzert kommt der warme und etwas hölzerne Klang voll zum Tragen, während in «A Little Prayer», mit weicheren Schlegelköpfen gespielt, der Choral einer vollen Orgel nahe kommt.

Klezmer im Trio

Den Abschluss des Neujahrskonzerts gestaltet die Lehrerband – oder, wie es der Leiter Rainer Thiede bezeichnet: «die Rumpfbesetzung als Trio». Angesagt ist Klezmer. Eine typische Musik aus dem hebräischen Raum. Sie wird seit über 1000 Jahren in dieser Form gespielt. Nicht wegzudenken ist der vielseitige Klang der Klarinette. Der wohl bekannteste Interpret ist Giora Feidmann, der Klezmer in alle grossen Konzerthäuser gebracht hat.

Bruno Ritter ist ein begnadeter Klarinettist und beherrscht das Instrument in all seinen Facetten: von melancholisch über besondere bis zu aufreizende rhythmische Veränderungen. Er wurde ergänzt und unterstützt durch Rainer Thiede an der Gitarre und Reto Kuster an der Perkussion.

Mazedonischer Tanz als Beigabe

Als Beigabe spielte das Trio zwei Stücke aus dem Balkan. Eine rhythmische Besonderheit stellte dabei der «Masino Horo» dar, ein mazedonischer Tanz, der für einen klassisch ausgebildeten Musiker kaum zu spielen ist. Langanhaltender Applaus war der gebührende Dank an die Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule am Alten Rhein. (rbi)

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