LEHRERMÖRDER: Lehrermörder Gecaj im Kosovo verhaftet

ST.GALLEN. Der St.Galler Lehrermörder Ded Gecaj ist am Montag im Kosovo verhaftet worden. Ursula Brasey, zuständige St.Galler Staatsanwältin, bestätigte eine Meldung von 20min.ch. Ob Gecaj an die Schweiz ausgeliefert wird, ist fraglich.

Umberto W. Ferrari
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Lehrermörder Ded Gecaj ist wieder in Haft. (Archivbild: Keystone)

Lehrermörder Ded Gecaj ist wieder in Haft. (Archivbild: Keystone)

«Ded Gecaj wurde bei sich zu Hause festgenommen», sagte Ursula Brasey auf Anfrage. Ob er sich dort schon seit längerem aufgehalten hatte oder seiner Familie nur kurzfristig einen Besuch abstattete, ist nicht bekannt.

Urteil des obersten Gerichts
Ded Gecaj ist jetzt ein Urteil des obersten Gerichtshofs des Kosovo zum Verhängnis geworden. Seit April 2009 dürfte er laut Urteil an die Schweiz ausgeliefert werden. Gecaj war daraufhin untergetaucht. Man vermutete ihn entweder in Albanien oder im Kosovo.

Das dritte Mal im Gefängnis
Jetzt sitzt Gecaj bereits zum dritten Mal im Gefängnis. Das erste Mal sass er wenige Wochen nach der Tat in Serbien in Haft, das zweite Mal im August 2008 nach einem Auslieferungsgesuch der Schweiz. In beiden Fällen konnte er das Gefängnis legal und ohne Auflagen wieder verlassen.

Haft ist noch nicht angeordnet
«Gecaj ist jetzt festgenommen und noch nicht verhaftet worden», sagte Brasey. Über die Anordnung einer Haft muss im Kosovo jetzt ein Haftrichter entscheiden. «Ich erwarte, dass dies in den nächsten Tagen geschehen wird», sagte Brasey.

Auslieferung ungewiss
Zwar hat der oberste Gerichtshof Kosovos im April des vergangenen Jahres die Auslieferung von Ded Gecaj an die Schweiz als zulässig erklärt. «Zulässig heisst aber noch nicht, dass Gecaj im Falle seiner Verhaftung automatisch an die Schweiz ausgeliefert wird», sagte damals Folco Galli, Sprecher des Bundesamts für Justiz gegenüber dem St.Galler Tagblatt. Denn längst nicht jedes Land liefere eigene Staatsbürger im Rahmen eines Strafverfahrens an einen Drittstaat aus, auch die Schweiz nicht. 

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