Lehrer wollen mehr Klarheit im Berufsalltag

THAL. Am Dienstag fand im Oberstufenzentrum Thal die jährliche Versammlung der Gewerkschaft der Lehrpersonen statt, an der 112 Lehrer teilgenommen haben.

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THAL. Am Dienstag fand im Oberstufenzentrum Thal die jährliche Versammlung der Gewerkschaft der Lehrpersonen statt, an der 112 Lehrer teilgenommen haben. Jean-Pierre Landolt aus Thal präsidiert diesen Bezirk seit vier Jahren und er führte denn auch routiniert und nicht ohne Humor durch die Traktanden. Zu Beginn durfte jedoch geschmunzelt und auch herzlich gelacht werden. Bruno Zürcher, langjähriger Lehrer in Goldach, tippte mit gekonnten Wortspielen eine ganze Palette von aktuellen Themen aus dem Schulumfeld an und zog mit seinem staubtrockenen Redestil manche Politikeraussage genüsslich durch den Kakao.

Frage nach Niveaugruppen

Vom Kantonalen Lehrerverband berichtete Ursula Meyer-Mattes. Es steht eine Gesetzesänderung an, die mehr Klarheit für den Berufsauftrag der Lehrpersonen bringt: Neben dem Bereich des Unterrichtes, dem Kerngeschäft, würden auch die Lernbegleitung, die Schulentwicklung und die Weiterbildung als Arbeitszeit angerechnet. Diese Arbeiten hätten in den letzten Jahren zugenommen und zu einer Mehrbelastung geführt. Das Gesetz gehe aus Sicht der Lehrpersonen in die richtige Richtung, indem eine Lektion der Unterrichtszeit für diese Bereiche eingesetzt wird. Noch keine Klarheit gebe es hingegen für die Oberstufe. «Soll es dort möglich sein, dass in bestimmten Fächern Niveaugruppen entstehen, die die Unterteilung Sekundar- oder Realstufe aufheben?», fragt Meyer-Mattes. Klar sei, dass die Probezeiten abgeschafft werden und die Schulleiter die Verfügung über die jeweilige Zuweisung in Sekundar- oder Realschule erlassen.

Die Türen zum Leben öffnen

Ein Schwerpunkt von Jean-Pierre Landolts Jahresbericht war ein Vortrag, gehalten von Dr. Ludwig Hasler. Er machte aufmerksam darauf, dass Schule und Leben zusammen gehören. Ziel der Schule sei es, den Kindern die Türen zum Leben zu öffnen. Das Vorbild der Lehrpersonen ist durch nichts zu ersetzen. Nur die Freiheit, die sie selber erlangt haben, können sie auch den Kindern weitergeben. Dazu gehöre auch, dass die Lehrpersonen miteinander leben, sich austauschen und die Fähigkeit entwickeln, Schwierigkeiten anzusprechen und Missstände anzugehen.

Die übrigen Traktanden wurden zügig behandelt. Die Kasse schloss mit einem Überschuss, die Wahlen wurden ohne Gegenstimmen durchgeführt und allen herzlich gedankt, die einen Beitrag für die Gewerkschaft geleistet haben. (pd)