Lehrer lernen für kooperativen Unterricht

Wie kann der Unterricht der Vielfalt in den heutigen Schulklassen gerecht werden? Welche Lernformen sind erfolgversprechend? Auf diese und andere Fragen haben die städtischen Lehrpersonen während zweier Projekttage Antworten gesucht.

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Eigentlich haben die Herbstferien erst gestern nach Schulschluss begonnen. Allerdings wurden die Schüler und Kindergärtler der Stadt bereits am Mittwoch in die schulfreie Zeit entlassen. Denn die vergangenen zwei Tage haben sich sämtliche Lehrkräfte der städtischen Schulen und Kindergärten weitergebildet. Im Rahmen des Projekts «Fit für die Vielfalt – Lernen mit Erfolg» erhielten die Schulleitungen den Auftrag, ein Programm zusammenzustellen.

Schüler helfen sich gegenseitig

«Alle Schulen arbeiten am Projekt mit, aber sie tun dies abhängig von ihrer Situation», sagt Florian Sauer, Projektleiter beim Schul- amt. Deshalb seien die Projekttage an den einzelnen Schulen unterschiedlich gestaltet worden. Die Fragestellungen sind aber für jede Schule die gleichen: Wie sollen Lehrer mit der Vielfalt an Schülern in ihren Klassen umgehen? Und welche Unterrichtsformen versprechen heutzutage Erfolg?

«Primär sollen kooperative Unterrichtsformen gestärkt werden» erklärt Sauer. Als Beispiel nennt er die «Place Mat»-Methode, bei der mehrere Schüler eine Aufgabe gemeinsam bearbeiten. «Bei solchen Lernformen steht nicht mehr der Lehrer im Zentrum. Die Schüler werden stärker aktiviert.» Ebenfalls ein Ziel des kooperativen Lernens: Die Schüler helfen sich gegenseitig.

Erfahrungen austauschen

Urban Fuchs, Leiter der Primarschulhäuser St. Leonhard und Tschudiwies, ist vom Nutzen der Projekttage überzeugt. «Vor allem, weil uns der Inhalt nicht vorgeschrieben wurde.» Gestern habe zusammen mit dem Schulhaus Spelterini ein Austausch über die bisherigen Erfahrungen mit dem Projekt stattgefunden, das seit 2011 in die Praxis umgesetzt wird. «Zudem haben die Lehrkräfte die Methodik der Lesestrategie kennengelernt», sagt Fuchs. Auch wenn die abschliessende Evaluation noch aussteht, ist der Schulleiter überzeugt, dass auch die Lehrkräfte die Projekttage als sinnvoll erachtet haben.

Ein einzigartiges Projekt

Das Projekt «Fit für die Vielfalt – Lernen mit Erfolg» wurde 2010 über alle Stufen hinweg eingeführt. «Seither arbeiten wir permanent daran», sagt Sauer. Seine Bilanz: «Dass sämtliche Stufen vom Chindsgi bis zur Oberstufe an einem gemeinsamen Projekt arbeiten, ist einzigartig für eine Schulgemeinde dieser Grösse.» Der stufenübergreifende Ansatz sei bewusst gewählt worden, denn: «Die Herausforderungen sind überall die gleichen.» (hae)