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Lebensqualität oder Erreichbarkeit des Stadtzentrums?

Andri Bösch

Die Befürworter der sogenannten Mobilitäts-Initiative betonen immer wieder, wie wichtig Parkplätze für das städtische Gewerbe sind. Sie beklagen sich über das «Lädelisterben» in der Innenstadt und reden davon, wie die Diversifizierung der Geschäfte ständig abnimmt und alles zu einem Einheitsbrei verkommt. Und sie haben ja sogar teilweise recht. Aber die einzige Antwort der Mobilitäts-Initiative auf dieses Problem ist: Es bräuchte mehr Parkplätze und alles wird gut.

Das städtische Gewerbe steckt jedoch aus ganz anderen Gründen in der Krise: Erstens sind die Mieten für Gewerberaum in der Innenstadt enorm hoch. Aber da will man sich als Bürgerlicher lieber nicht dazu äussern; der freie Markt regelt ja bekanntlich alles. Zweitens konkurrenziert der Onlinehandel auch das hiesige Gewerbe massiv. Drittens liegt der Einkaufstourismus hoch im Kurs: Jedes Wochenende pilgern massenhaft Menschen dafür nach Konstanz.

Für diese viel komplexeren Probleme haben die Befürworter keine Antwort – sie schreien nur lauthals: «Parkplätze!» Antworten auf die wirklichen Probleme dieser Stadt liefert die Mobilitäts-Initiative keine, im Gegenteil: Sie verschlimmert die städtische Verkehrssituation. Deshalb stimme ich am 4. März Nein zur Mobilitäts- oder besser gesagt zu dieser Stau-Initiative.

Andri Bösch

Neptunstrasse 3, 9000 St. Gallen

Nahe der Innenstadt wohnend geniesse ich seit Jahren das Privileg zu Fuss einkaufen zu gehen. Leider hat das einst vielfältige Angebot stark abgenommen. Die optimal zu erreichenden Einkaufszentren in der Agglomeration sind eine grosse Konkurrenz der Geschäfte in der Altstadt geworden. Der von linker Seite euphorisch gelobte Langsamverkehr führt zur Verlangsamung der Mobilität. Die Kundin und der Kunde wählen jedoch den schnellen, bequemen Weg. Der führt an der Innenstadt vorbei. Eine intelligente Mobilität, wie sie die Mobilitäts-Initiative fordert, soll dem entgegenwirken und dazu beitragen, die Innenstadt lebendig zu erhalten. Am 4. März stimme ich deshalb der Mobilitäts-Initiative zu!

Jennifer Deuel

Stadtparlamentarierin FDP

Rorschacher Str. 17a, 9000 St. Gallen

Den Plakaten der Befürworter der Mobilitäts-Initiative kann ich voll zustimmen. Entscheidend für mein Abstimmungsverhalten am 4. März ist aber Absatz zwei in Artikel eins des Initiativtextes. Dort ist die Rede von «Wachstum für den Gesamtverkehr» und von «Reduktion von vermeidbaren Behinderungen». Anders ausgedrückt heisst das: Bau von Strassen falls nötig, damit der Verkehr fliessen kann. Doch so viel Platz bereitzustellen, wie dafür erforderlich ist, ist vielleicht in Dubai möglich, aber nicht in historisch gewachsenen Städten wie St. Gallen.

Ist kein Platz für zusätzlichen Strassenraum vorhanden, so sind wenigstens Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Man schafft «gleich lange Spiesse», indem man Bus und Velos in den gleichen Stau einreihen lässt, wie auf dem Ja-Flyer symbolisch dargestellt ist. Das bedeutet also, keine Sonderlösungen für Bus und Velo. St. Gallen ist nicht Dubai, darum Nein zur Mobilitäts-Initiative.

Markus Tofalo

Brauerstrasse 79, 9016 St. Gallen

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