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Lausige Zeiten in Mörschwil

MÖRSCHWIL. Viele Leute juckt es allein schon beim Gedanken an Kopfläuse. Diese waren in einigen Schulen der Region 2013 so häufig wie noch nie. Auch in Mörschwil. Dort nehmen's zwei Klassen mit Humor und verkleiden sich als Lausplage.
Corinne Allenspach
Vergangenes Jahr krabbelten sie im Dorf auf einigen Kinderköpfen. Aus aktuellem Anlass gehen die Zweitklässler als Läuse an die Fasnacht unter dem Motto: «Wir bleiben in Mörschwil.» (Bild: Urs Bucher)

Vergangenes Jahr krabbelten sie im Dorf auf einigen Kinderköpfen. Aus aktuellem Anlass gehen die Zweitklässler als Läuse an die Fasnacht unter dem Motto: «Wir bleiben in Mörschwil.» (Bild: Urs Bucher)

Die Riesenläuse mit ihren Augen aus Teesieben und dem gekleisterten Kopf sind gut gerüstet. Mit ihren langen Rüsseln aus Gartenschläuchen werden sie heute am Mörschwiler Fasnachtsumzug versuchen, möglichst vielen Leuten Blut abzusaugen. Zum Glück sind die Zweitklässler in Begleitung ihrer Lehrerinnen, Sandra Knechtle und Kathrin Osterwald. Sie rücken den Plagegeistern als «Laustanten» auf die Pelle – mit Spezialshampoo und Nissenkamm.

Eltern sind gefordert

Was an der Fasnacht augenzwinkernd angegangen wird, ist normalerweise ein Tabuthema. Über Läuse spricht kaum jemand gern. Und doch ist es ein latentes Problem in Schulen, momentan aktueller denn je, wie Mörschwils Schulleiter Emil Wick weiss. «In 15 Jahren im Amt habe ich noch nie eine solche Plage erlebt wie im letzten Halbjahr», sagt er. Zeitweise habe es richtig «gräblet» von Läusen. Über die Gründe kann er nur rätseln, genauso wie «Laustante» Anita Egli. Sie hat seit Wochen alle Hände voll zu tun. Gestern machte sie eine weitere Kontrolle in den vier betroffenen Klassen. Die winzigen Insekten können zwar nicht springen, aber wenn Kinder beim Spielen ihre Köpfe zusammenstecken oder die Kappe tauschen, können sie bequem von einem Kopf zum anderen spazieren und neue Nissen ablegen. Gefordert seien darum vor allem die Eltern. Sie müssen ihre Kinder regelmässig checken, besonders nach Lagern und Ferien. «Es ist eine gegenseitige Abhängigkeit», sagt Emil Wick. «Die Schule ist darauf angewiesen, dass Lausbefälle rasch gemeldet werden. Wir stellen dafür die <Laustante>, die den Eltern erklärt, wie man Läuse wieder los wird.» Und wie finden die Zweitklässler ihre «lausige Verkleidung»? «Cool», ertönt es fast einstimmig. «Mir ist es peinlich», gesteht ein Mädchen. «Läuse sind ja eigentlich böse Tiere.»

Erster Befall nach zehn Jahren

Nicht nur in Mörschwil fühlten sich die Läuse in letzter Zeit besonders wohl. In der Schule Engelburg etwa wurden erstmals nach zehn Jahren wieder Läuse gemeldet, wie Schulratspräsidentin Maya Gehring sagt. Und in Wittenbach war 2013 laut Schulleiterin und Laus-Koordinatorin Elisabeth Bänziger «ein regelrechtes <Lausjahr>». 20 Kinder mit Nissen- oder Lausbefall habe man gezählt. «So viele wie seit langem nicht mehr.»

Seit 2008 werden in Wittenbach alle Schüler zweimal pro Jahr prophylaktisch kontrolliert. Seither habe sich die Zahl der Läuse auf tiefem Niveau stabilisiert und das Thema enttabuisiert. «Es ist wie ein Zahnuntersuch. Das gehört einfach dazu.»

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