Laternenparkierer zur Kasse bitten

Um die Miete für einen Parkplatz einzusparen, stellen einige Rorschacherberger ihr Auto in der Nacht am Strassenrand ab. Das ist aber kostenpflichtig. Die Gemeinde will Falschparkierern zu Leibe rücken – mit Patrouillen und Parkbussen.

Linda Müntener
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Wer in Rorschacherberg sein Auto in der Nacht regelmässig auf öffentlichem Grund abstellt, braucht eine Parkkarte – auch auf weissen Parkfeldern. (Bild: Corina Tobler)

Wer in Rorschacherberg sein Auto in der Nacht regelmässig auf öffentlichem Grund abstellt, braucht eine Parkkarte – auch auf weissen Parkfeldern. (Bild: Corina Tobler)

RORSCHACHERBERG. Es ist kein seltener Anblick in Rorschacherberg. Entlang vieler Quartierstrassen sind reihenweise Autos parkiert, welche die ohnehin schmalen Strassen verengen und die Sicht aufs Trottoir versperren. Die Gemeinde macht deshalb in ihrem aktuellen Mitteilungsblatt darauf aufmerksam, dass Lenker dafür zahlen müssen, wenn sie ihr Auto in der Nacht am Strassenrand abstellen – auch auf weissen Parkfeldern. Und darauf, dass Falschparkierer gebüsst werden.

Kostenpflichtig in der Nacht

Wer sein Auto in Rorschacherberg regelmässig zwischen 19 und 8 Uhr auf öffentlichem Grund abstellt, muss diese Nutzung finanziell entschädigen. So steht es im Reglement über Ruhe, Ordnung und Sicherheit. «Diesen Punkt kann laut Bundesgesetz über den Strassenverkehr jede Gemeinde in ihr Reglement aufnehmen», sagt Gemeindepräsident Beat Hirs. In Rorschacherberg sei man davon überzeugt, mit der Gebührenpflicht dem nächtlichen Dauerparkieren auf öffentlichem Grund vorzubeugen. «Nur so kann man Ordnung entlang der Strassen schaffen», sagt Hirs.

So kontrollieren zwei Bauamtsmitarbeiter acht Mal im Jahr alle Fahrzeuge, die in der Nacht auf öffentlichen Strassen abgestellt wurden. Wird ein Auto mindestens vier Mal erfasst, ist laut Reglement der Tatbestand «Dauerparkieren» gegeben. Dann wird für das ganze Jahr eine Gebühr von 360 Franken für das Nachtparkieren erhoben. Und zwar unabhängig davon, ob für das Auto ein privater Parkplatz nachgewiesen werden kann oder nicht. Brennpunkte seien das Wiesental oder das Bachwiesquartier. «Immer wieder klagen Anwohner darüber, dass die Strasse komplett zugeparkt ist», sagt der Gemeindepräsident. In einem solchen Fall werden die Kontrollen verschärft.

Sicherheit gewährleisten

Hirs betont, dass die Bussen nicht verteilt werden, um die Gemeindekasse zu füllen. «Wir wollen die Verkehrssicherheit gewährleisten.» Denn die parkierten Autos verdecken die Sicht aufs Trottoir und stellen somit besonders für Schulkinder eine Gefahr dar. Ausserdem behindern sie auf schmalen Quartierstrassen die Zufahrt mit grossen Fahrzeugen wie Kehrichtwagen oder Rettungswagen. Im übrigen würden Autoreihen am Strassenrand das Ortsbild verschlechtern. Mit der Gebührenpflicht sollen «die Lebensqualität verbessert und die Fahrzeughalter dazu animiert werden, Park- und Tiefgaragenplätze der privaten Liegenschaften zu nutzen». Denn laut Hirs sind es ausschliesslich Anwohner, die ihr Auto am Strassenrand abstellen. «Diese wollen meistens die Miete für einen privaten Parkplatz oder einen Tiefgaragenplatz einsparen.» Wer sein Auto für einzelne Monate am Strassenrand parkieren will, kann eine Dauerparkkarte lösen. Diese kostet 30 Franken im Monat.

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