Lange Freiheitsstrafe für Kokaindealer

Ein knapp 40jähriger Mann hat sich jetzt vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten müssen. Er befindet sich schon seit zweieinhalb Jahren im Gefängnis.

Claudia Schmid
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Das Gericht hat den Beschuldigten, einen Serben, der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, der qualifizierten Erpressung, der Nötigung, des Vergehens gegen das Waffengesetz und weiterer Delikte schuldig erklärt. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren, zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 30 Franken, zu 300 Franken Busse und zu einer Ersatzforderung zugunsten des Staates von 40 000 Franken. Seine Ex-Freundin erhält eine Genugtuung von 12 000 Franken. Bezahlen muss er auch die Verfahrenskosten: Das sind 131 000 Franken. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von elf Jahren, eine Geldstrafe, eine Busse und eine Ersatzforderung von 100 000 Franken beantragt. Die Verteidigung forderte hingegen mehrere Freisprüche und eine Freiheitsstrafe von höchstens 33 Monaten.

Kiloweise Kokain gehandelt

Der Staatsanwalt warf dem Mann vor, dass er mindestens 1,5 Kilogramm Kokain aus Amsterdam in die Schweiz eingeführt haben soll. Zudem soll er eine weitere Person zum Transfer von weiteren zwei Kilos angestiftet haben. Laut Anklage hat er rund 1,35 Kilo der Drogen hier verkauft und selber Kokain konsumiert.

Es sei richtig, dass er für den Eigenkonsum in Amsterdam Kokain gekauft habe, hatte der Beschuldigte Ende Oktober vor Gericht erklärt. Auch habe er an Bekannte zweimal 300 Gramm verkauft. Alle anderen Vorwürfe stimmten aber nicht.

Weitere Vorwürfe betrafen Erpressung und Nötigung. Wie der Staatsanwalt ausführte, ging der Beschuldigte zusammen mit einem Bekannten in die Wohnung seiner Ex-Freundin, bedrohte sie und ihren Bruder mit einer Waffe und einem Teppichmesser und forderte 100 000 Franken. Der Serbe habe gedroht, den Enkelkindern und einer schwangeren Verwandten etwas anzutun, falls er das Geld nicht erhalte. Er habe die Ex-Freundin mit dem Teppichmesser verletzt und eine Zigarette auf ihrer Stirn ausgedrückt. Schliesslich soll die Frau eingewilligt haben, ihre Wohnung in Serbien zu überschreiben. Einige Tage später habe er weitere 30 000 Franken erpresst. Diese Geschichte sei gelogen, sagte der Beschuldigte. Er habe der Frau gar das Leben gerettet, als sie eine Überdosis Kokain konsumiert habe. Sie habe gespielt und Schulden gehabt. An besagtem Tag seien vier Männer gekommen und hätten Schulden eintreiben wollen. Seine Ex-Freundin beschuldige ihn aus Rache, weil er sie habe verlassen wollen. Ein Grossteil der Vorwürfe sei nicht bewiesen, hatte die Verteidigerin erklärt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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