Landschaft schützen

Im Kommentar zum Entwurf des Richtplans 2010, der jetzt zur Diskussion steht, schreibt der Stadtrat: «Die Nähe zur Natur zeichnet St. Gallen vor anderen Städten aus. Die Landschaft kann und soll weiterentwickelt werden.

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Im Kommentar zum Entwurf des Richtplans 2010, der jetzt zur Diskussion steht, schreibt der Stadtrat: «Die Nähe zur Natur zeichnet St. Gallen vor anderen Städten aus. Die Landschaft kann und soll weiterentwickelt werden. Das heisst, dass ungenutzte Möglichkeiten etwa in den Naherholungsgebieten ausgeschöpft werden, während sensible Naherholungsgebiete geschont und in Ruhe gelassen werden.»

Lässt sich der im Entwurf des Richtplans vorgesehene Einbezug des Waltramsbergs in die Bauzone mit dieser Aussage vereinbaren? Nein! Der Waltramsberg ist ein wichtiger Bestandteil des Naherholungsgebiets um den Wildpark Peter und Paul, das nicht nur für die «Rotmöntler», sondern für alle Einwohner St. Gallens eine wesentliche Attraktion darstellt. Das Gebiet ist schon sehr reduziert und darf nicht weiter geschmälert werden, wenn es seine Qualität behalten soll. Der Waltramsberg ist daher zweifellos als sensibel einzustufen. Der Stadtrat begründet die verschiedenen Einzonungen damit, dass Raum für 80 000 Menschen geschaffen werden müsse. Ich erinnere mich, wie bei der Diskussion um den Zonenplan in den 70er-Jahren, an der ich als Gemeinderat beteiligt war, damals schon die Annahme einer grossen Steigerung der Bevölkerungszahl die Planungsgrundlage bildete. In der Folge ist aber die Bevölkerungszahl nicht gewachsen, sondern sogar geschrumpft! Der Richtplan sollte nicht einfach von ungewissen Bevölkerungszunahmen ausgehen, sondern, wie es einem Richtplan gemäss ist, richtungsweisend sein für eine Entwicklung der Stadt, die der Lebensqualität der Stadtbewohner ebenso Rechnung trägt wie weiteren Baubedürfnissen. Dann darf der Waltramsberg nicht als «ungenutzte Möglichkeit» gelten, die für weitere Überbauungen «ausgeschöpft» werden soll. Er ist vielmehr heute schon als Naherholungsgebiet intensiv genutzt und ausgeschöpft. Dies gilt auch für die Zukunft!

Hans Christoph Binswanger

Guisanstrasse 15

9010 St. Gallen

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