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LÄRMKLAGEN IN DEN SOMMERMONATENLÄRMKLAGEN IN DEN SOMMERMONATEN: Noch nie so viele Lärmklagen

Seit Mai bis heute sind bei der Stadtpolizei mehr Lärmklagen eingegangen als im gleichen Zeitraum 2016. Die Zunahme könnte mit dem warmen Wetter zusammenhängen. Zudem scheint sich die Gesellschaft zu wandeln.
Christoph Renn
In den Sommermonaten werden die Partys oft nach draussen verlegt. Nicht immer zur Freude der Anwohner. (Bild: Urs Bucher)

In den Sommermonaten werden die Partys oft nach draussen verlegt. Nicht immer zur Freude der Anwohner. (Bild: Urs Bucher)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Grölende Gruppen angetrunkener Jugendlicher ziehen durch die Gassen der Altstadt. Ein stolzer Eigenheimbesitzer trimmt am Sonntagmorgen seinen Rasen. Ein Hobby-DJ testet seine neuen Boxen. Anwohner und Nachbarn können nicht mehr schlafen. Sie greifen zum Telefon und rufen die Polizei. Und zwar immer häufiger, was ein Blick auf die Statistik zeigt: Alleine in den Sommermonaten von Mai bis Mitte August musste die Stadtpolizei in diesem Jahr 314-mal ausrücken. 2016 gingen in derselben Zeitspanne mit 218 Lärmklagen 96 weniger ein. Auch in den Vorjahren waren es deutlich weniger. «Alleine in einer Nacht mussten wir wegen Lärmklagen rund 30-mal ausrücken», sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei.

Über die Gründe der Rekordzahl in diesem Jahr kann Widmer nur spekulieren: «Sicherlich spielt das schöne Wetter eine Rolle.» An warmen Sommertagen werde draussen grilliert und gefeiert. Die Lärmbelästigung für die Nachbarn sei dann höher. Aber es sei nicht der einzige Grund, denn auch in den eigenen vier Wänden könne zu laute Musik den Besuch einer Polizeipatrouille nach sich ziehen. Allgemein greife die Bevölkerung heute schneller zum Telefon und rufe die Polizei. Die Toleranz ­bezüglich Lärmimmissionen scheint in den vergangenen Jahren gesunken zu sein.

Am häufigsten sind Klagen wegen Personenlärms

Klopfen Polizisten an die Haustüre, bedeutet das jedoch noch lange nicht, dass sogleich eine Busse fällig wird. «Wir versuchen immer zuerst mit den Lärmverursachern zu sprechen», sagt Widmer. Zeigen sie sich einsichtig und drehen die Musik leiser oder stellen den Rasenmäher ab, bleibe es meist bei einer Verwarnung. «Müssen wir jedoch mehrmals bei derselben Hausnummer vorbei, dann kann es eine Busse geben oder sogar eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft. «Die Busse beträgt 60 Franken.» Folgt eine Anzeige, könne es deutlich teurer werden. Es sei aber auch schon vorgekommen, dass ein Anruf eine Falschmeldung war. «Deshalb müssen wir die Lärmstörung immer selbst feststellen», sagt Widmer.

Mit einigen Einsätzen wegen Lärmklagen rechnet Dionys Widmer auch während des St. Galler Fests am kommenden Wochenende. «Die Zeiten des Festes sind klar definiert. Danach gelten wieder die normalen Regeln», sagt er. Bei grösseren Partys komme es jedoch häufig vor, dass sich der Menschenauflauf und somit der Lärm noch einige Stunden in die Nacht hinein ziehe. Zudem werde am Stadtfest die Lautstärke an den Konzerten gemessen. «Dies macht das städtische Amt für Umwelt und Energie.» Es gibt eine klare Vorgabe, wie viele Dezibel aus den Boxen dröhnen dürfen.

Am häufigsten musste die Polizei wegen Musik- und Personenlärm ausrücken. Dies zeigen die Zahlen der vergangenen Jahre – für 2017 sind die Lärmklagen noch nicht im Detail ausgewertet. So gingen 2015 insgesamt 356 Klagen wegen Personenlärm ein, 2016 waren es 333. Wegen Musiklärm musste die Polizei 295-mal beziehungsweise 302-mal ausrücken. Hinzu kommen noch 27 Klagen wegen Maschinen-, Geräte- und Anlagenlärm im Jahr 2015 und 49 im 2016 hinzu.

Der gesetzliche Rahmen ist klar definiert

Die Vorschriften im Immissionsschutzreglement geben vor, wann es lauter werden darf und wann Ruhe einkehren muss. Die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit umfasst die Mittagszeit von 12 bis 13.30 Uhr. Auf Baustellen darf die Arbeit bereits um 13 Uhr wieder aufgenommen werden. Zwischen 22 und 7 Uhr – der sogenannten Nachtzeit – gelten noch schärfere Vorschriften. Beizen und Restaurants dürfen während der Nachtzeit nur dann draussen betrieben werden, wenn das Ruhebedürfnis der Anwohner sichergestellt ist.

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