Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

LÄRM: Lärmschutzwand als Zangengeburt

Seit bald 17 Jahren liegen in der Stadt Gossau Pläne für einen Lärmschutzwall südlich der Autobahn. Während sich Flig-Präsident Alfred Zahner erneut für die Idee starkmacht, bekommt das Ansinnen wieder Aufwind.
Sebastian Schneider
Kein Lärmschutz trennt den Strassenlärm von der ewigen Ruhe im Friedhof Hofegg. (Bild: Benjamin Manser/Urs Bucher (16. März 2016))

Kein Lärmschutz trennt den Strassenlärm von der ewigen Ruhe im Friedhof Hofegg. (Bild: Benjamin Manser/Urs Bucher (16. März 2016))

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Die Idee ist älter als die Autobahn. Bevor nämlich die A1 in unserer Region gebaut wurde, war die zusätzliche Lärmbelastung für Gossau ein Thema. Bereits im Jahr 1980 hat das kantonale Baudepartement der Stadt Gossau die Zusicherung für einen Lärmschutzwall in Aussicht gestellt. Davon zu lesen ist in einem Schreiben des Stadtrats, der im Jahr 2002 eine Einfache Anfrage von Alfred Zahner (Flig) beantwortete. Und es war noch der Gemeinderat, der im Jahr 2000 über einen Damm von der Bischofszellerstrasse bis hin zum Lindenberg orientierte. Es gab bereits Pläne im Sinne eines Vorprojekts, und mit den betroffenen Grundeigentümern seien Vereinbarungen abgeschlossen worden. «Was sind das für Vereinbarungen? Gelten die heute noch?», fragt sich Alfred Zahner, der als Anwohner der A1 selber ein Lärmgeplagter ist. Weil sich in dieser Sache offensichtlich kaum etwas tut, bringt Zahner das Thema Lärmschutzwall immer wieder aufs Tapet. Anfang 2012 beispielsweise wies er im «Tagblatt» darauf hin, dass von der zunehmenden Lärmbelastung durch die Autobahn auch die Ruhe im Friedhof Hofegg gestört wird.

Vergangenen November, als die Parlamentarier das Stadt­entwicklungskonzept berieten, scheiterten die Flig- und die SP-Fraktion mit dem Antrag, die Idee in dieses Konzept aufzunehmen. Und dieser Tage hat das Radmoos Zahner auf den Plan gerufen. Dort ist eine Deponie für Aushubmaterial geplant (Tagblatt vom 9. Juni). Parteipräsident Zahner verschickte unmittelbar nach der Berichterstattung eine Pressemitteilung der Flig, in der er die altbekannte Idee schilderte, mit der man zwei Fliegen auf einen Schlag treffen könne: Ein Damm, bestehend aus Aushubmaterial, könnte das Deponieproblem mildern und würde zugleich als Lärmschutz der Bevölkerung dienen. «Das Projekt liegt seit Jahren auf dem Tisch. Und jetzt wollen die eine Deponie in einer nebenanliegenden Senke», erzürnt sich Alfred Zahner. Für das lange Hinausschieben der Idee hat er nur eine Erklärung: «Es scheint, den Behörden fehlt der politische Wille für einen Lärmschutzwall.»

Die Idee ist immer noch frisch

Alex Brühwiler, seit rund 16 Jahren Stadtpräsident von Gossau, kennt dieses Dossier seit Amtsantritt. Natürlich hat er auch Kenntnis von den Plänen aus dem Jahr 2002. Inwieweit sie noch brauchbar sind, kann er aber nicht sagen: «Das müsste man neu beurteilen.» Auch die Vereinbarungen mit den Grundeigentümern müsse man als vermutlich «verjährt» betrachten: «Denn es ist über 15 Jahre her», betont Brühwiler. Was sich aber nie geändert hat, ist das strategische Interesse der Stadt an einem Lärmschutz im Norden Gossaus. Spätestens wenn auf dem Gebiet Städeli, Weid und Gapf südlich der Autobahn später einmal gebaut würde, wird der Lärmschutz sogar zwingend notwendig sein. Alex Brühwiler ist der Idee darum alles andere als abgeneigt, und er ist bereit, das Ansinnen wieder einzubringen. Der ideale Zeitpunkt ist jetzt. Denn derzeit läuft die Vernehmlassung der Deponieplanung 2016.

Beim Kanton ist der Lärmschutzwall ebenfalls bestens bekannt. «Das Thema wird seit Jahren diskutiert», sagt Tensing Gammeter vom Amt für Umwelt und Energie. «Unsere Türen stehen offen für diese Idee», versichert er.

Zwischen Stuhl und Bank gefallen

Angesichts der Gewogenheit von allen Seiten drängt sich die Frage auf, warum die Mühlen in dieser Sache so gar nicht mahlen wollen. Einen eindeutigen Grund ist bei den betroffenen Stellen nicht in Erfahrung zu bringen. «Es ist kompliziert», heisst es. Die Deponieplanung war 2002 noch regional organisiert und lag noch nicht beim Kanton. Damals habe in der Region aber kein konkreter Bedarf für eine Deponie bestanden, weiss Brühwiler. Aus den Augen verloren habe er das Projekt nie, zuletzt habe man 2014 Gespräche mit den verschiedenen Grundeigentümern geführt. Gerade begeistert hätten sie sich nicht gezeigt, sagt Brühwiler. Nun aber, so findet Tensing Gammeter, müsste die Projektidee in einem ersten Schritt von Kanton und Stadt gemeinsam erneut geprüft werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.