LÄDELISTERBEN: Erhoffte Rettung bleibt aus

Die Nachricht von der Schliessung des Quartierlädelis hat bei einigen Rotmöntlern Bedauern ausgelöst. Eine Gruppe wollte den Laden retten.

Elisabeth Reisp
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Wie geht es weiter mit dem Geschäft? Ein erster Rettungsversuch wurde aufgegeben. (Bild: Benjamin Manser)

Wie geht es weiter mit dem Geschäft? Ein erster Rettungsversuch wurde aufgegeben. (Bild: Benjamin Manser)

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp

@tagblatt.ch

Für einige Rotmöntler war diese Neuigkeit, dass das Tschanz-Lädeli schliesst, offensichtlich ein ziemlicher Frust. Schliesslich gehört der Laden an der Guisan­strasse seit 45 Jahren zum Quartier. Bis vor zweieinhalb Jahren hat das Ehepaar Tschanz seinen Laden mit grosser Kundennähe geführt. Gerne erinnert man sich im Quartier an die Zeiten, als die Tschanzes hilfsbereit und unkompliziert gewirtschaftet haben. Mit dem Schritt in den Ruhestand haben sie den Laden an ein jüngeres Duo übergeben. Vor ein paar Wochen haben die Geschäftsführer des Quartierladens die Rotmöntler informiert, dass sie im Juni das Lädeli schliessen werden. Der Kundenzulauf sei rückgängig, der Kundenstamm werde immer kleiner. Der harte Kern der Kunden ziehe altershalber weg oder sterbe (das Tagblatt berichtete).

Jeden weiteren Verlust im Quartier verhindern

Ein kleiner Kreis von Quartierbewohnern wollte das so nicht hinnehmen und versuchte, den Laden vor einer definitiven Schliessung zu bewahren. «Wir wollen den Quartierladen am Leben erhalten und sind mit dieser Idee bis jetzt nur auf offene Ohren gestossen», sagt Georg Abderhalden, einer der Initianten der Rettungsaktion.

Drei Gründe haben die IG angetrieben, den Laden zu erhalten: «Wir wollen die zwei Stellen der Verkäuferinnen sichern, wir wollen den Bewohnern eine ergänzende Alternative zum letzten Laden im Quartier, dem «Müller» bieten, und wir wollen verhindern, dass das Quartier immer mehr einschläft.» Bereits sind die Drogerie, der Metzger und die Poststelle aus dem Quartier verschwunden. Jedes weitere Geschäft, das geschlossen wird, schadet auch den verbleibenden. Die Ergänzung und die Angebotsvielfalt beschwinge das Einkaufen im Quartier, war sich die Gruppe sicher.

Zu grosses Risiko

Jetzt hat die IG ihre Pläne zur Rettung überraschend aber wieder eingestellt. «Es ist einfach alles zu kurzfristig», sagt Georg Abderhalden. Da sich noch kein neuer Geschäftsführer finden liess, sei auch die Frage der Finanzierung nicht abschliessend beantwortbar. Zudem müssten die jetzigen Verkäuferinnen bereits eine verbindliche Zusage haben, ansonsten suchen sie nach einer neuen Stelle. «Auch der Vermieter der Liegenschaft müsste bald eine Zusage haben, da er sich andernfalls anderweitig nach einem neuen Mieter umschauen muss», sagt Abderhalden.

Die IG habe breiten Zuspruch erfahren für ihre Pläne, daher war die Gruppe im Gespräch auch sehr optimistisch. «Nach einer ausführlichen Lagebesprechung müssen wir unsere Pläne aber aufgeben, das Risiko wäre zum jetzigen Zeitpunkt zu gross.» Gemäss Abderhalden habe Volg kurz Interesse am Laden gezeigt, habe sich aber wieder zurückgezogen. Gerüchteweise interessiere sich nun auch Migrolino für das Geschäft an der Guisanstrasse 56. Ob der Quartierladen wirklich weitergeführt wird, ist derzeit noch völlig unklar.