Lachen statt nachdenken

Die Laienschauspieler der Theatergruppe Mouche führen in der Alten Turnhalle Engelburg zum achtenmal eine Komödie auf. Das Stück «Die verflixte Schäferstündli» handelt von einem tückischen Beziehungswirrwarr.

Tim Wirth
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Die Theatergruppe Mouche führt alle zwei Jahre eine Komödie auf. Dieses Mal geht's um Seitensprünge. (Bild: Michel Canonica)

Die Theatergruppe Mouche führt alle zwei Jahre eine Komödie auf. Dieses Mal geht's um Seitensprünge. (Bild: Michel Canonica)

ENGELBURG. In einem ausladenden klassischen Wohnzimmer spielt die Komödie. Vorne ein weinrotes Sofa und ein Salontisch, an den Wänden ein Bücherregal und ein Spirituosenschrank. In der Alten Turnhalle Engelburg treffen Ehepaare aufeinander, die alles andere als harmonisch zusammenleben.

Anspruchsvoll fürs Team

Weil sie untereinander fremdgehen, müssen sie sich aus den dümmsten Situationen retten. «Das Stück ist herausfordernd, da es eine grosse Verwechslung, ein <Puff>, darstellt», sagt der 57jährige Versicherungsbroker Andreas Röthlisberger. Jedes zweite Jahr übt die Theatergruppe Mouche während sechs Monaten eine Komödie ein und präsentiert diese dann an zwei Wochenenden der Engelburger Dorfbevölkerung und weiteren Interessierten. Die heutige Vorstellung ist bereits ausverkauft.

Leichte Kost

Der Engländer Derek Benfield hat «Die verflixte Schäferstündli» ursprünglich geschrieben. «Wir lassen jedes Jahr von einem Verlag Stücke kommen und teilen diese dann unter den Mitgliedern zum Lesen auf», sagt Kees van Kopenhagen, der Präsident des Vereins. Nach «Denkbar ungünstig» vor zwei Jahren sei die Geschichte nun eine komplett andere. Wer moralische Motive oder Aktualitätsbezug erwartet, ist falsch am Platz. Das Stück bietet leichte Kost, thematisiert Beziehungsprobleme und Lügenverstrickungen und ist von Anspielungen und Ironie geprägt. «Die Leute sollen geniessen, anstatt zu studieren», sagt van Kopenhagen. Ziel der Theatergruppe sei, die Leute zum Lachen zu bringen.

In andere Rollen schlüpfen

Fünf Frauen und drei Männer schauspielern auf der Bühne. Seit sechs Jahren spielen die gleichen Leute; dieses Jahr ist mit der Gossauerin Edith Rusterholz ein neues Gesicht dazugekommen. Auch für die Engelburger Regisseurin Aurelia Wick ist es die Premiere. «Ich habe noch nie so etwas gemacht», sagt sie. Karin Ammann, Andreas Röthlisberger und Kees van Kopenhagen sind schon seit den Anfängen der Theatergruppe Mouche dabei. Die nach dem französischen Wort für Volltreffer benannte Gruppe führte 1999 ein erstes Stück auf und entwickelte sich nach und nach. «Es ist schön, etwas für das Dorf machen zu können», sagt Röthlisberger. Er habe die Freude am Proben und Organisieren noch nicht verloren. Die 50jährige Medizinische Praxisassistentin Karin Amann stellt in diesem Stück eine Frau dar, die sich mit einem ominösen Mann in der Wohnung ihrer Nachbarin trifft. «Es ist spannend, in andere Rollen schlüpfen zu können, aber auch harte Arbeit», sagt sie. Ein Glas Weisswein vor den Proben gehöre dazu.

«Die meisten Zuschauer kommen aus dem Dorf», sagt Andreas Röthlisberger. Für manche sei das Theater ein Treffpunkt, das anschliessende Fest dauere meist bis in die Morgenstunden.