Kurde versprüht Italianità

Bedo Atac hat an der Hinteren Poststrasse eine Pizzeria eröffnet. Die ehemalige «Hintere Post» heisst neu «Vecchia Posta». Hier soll künftig nicht nur gegessen, sondern auch Wein degustiert werden können.

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Bedo Atac vor seiner Wein-Wand in der «Vecchia Posta». (Bild: Andreina Thoma)

Bedo Atac vor seiner Wein-Wand in der «Vecchia Posta». (Bild: Andreina Thoma)

«Ich habe zwar kurdisches Blut, meine Mentalität und mein Lebensstil sind aber italienisch», sagt Bedo Atac. Vor 14 Jahren kam er aus der Türkei in die Schweiz, um in einem italienischen Restaurant zu arbeiten. «Noch bevor ich Deutsch lernte, sprach ich Italienisch», sagt Atac schmunzelnd. Nicht nur die Sprache, auch italienisch kochen hat Atac während dieser Zeit gelernt. Jetzt hat der 31-Jährige an der Hinteren Postrasse 18 seine eigene Pizzeria, die «Vecchia Posta», eröffnet.

Wein-Wand eingerichtet

Es war immer mein Traum, selbständig zu werden», sagt der dreifache Familienvater. Bevor er sein Restaurant am 10. Oktober zusammen mit drei Mitarbeitern eröffnete, strich er die Wände neu und richtete eine Wein-Wand ein. «Wir bieten eine grosse Auswahl an italienischen Weinen an und in Zukunft sollen im Lokal auch Weindegustationen stattfinden», erklärt Bedo Atac sein Konzept.

Die «Hintere Post» ist zwar kein traditioneller Restaurant-Standort in der Stadt St. Gallen, hat aber trotzdem bereits eine interessante Geschichte. Die Liegenschaft wurde 1996 von einer der SP nahestehenden Aktiengesellschaft gekauft. Darin war dann – quasi als Ersatz für das 1994 an der Lämmlisbrunnenstrasse geschlossene Restaurant Volkshaus – ab der Silvesternacht 1996/1997 bis Mai 2005 das Genossenschaftsrestaurant Hintere Post untergebracht. Ab 2007 bis Spätsommer dieses Jahres war das Lokal dann in asiatischer, genauer gesagt thailändischer Hand. Zum Programm gehörten in dieser Zeit auch Karaoke-Parties.

Bruschette zur Begrüssung

Für seine Gäste kocht der neue Wirt Bedo Atac jetzt Pasta und Pizza, aber auch italienische Fisch- und Fleischspezialitäten. «Jeden Mittag bieten wir ein anderes Mittagsmenu an und an den Wochenenden gibt es zudem frische Muscheln. Jeden Kunden begrüssen wir ausserdem mit Bruschette. Und Espresso, Amaretto oder Grappa nach dem Essen gehen gemäss alter italienischer Tradition natürlich aufs Haus.»

An seinem Restaurant gefalle ihm der separate Saal besonders, sagt Atac im Gespräch. «Der Raum bietet Platz für geschlossene Gesellschaften und Privatparties.» Auch freue er sich darauf, im Sommer die Gartenwirtschaft zu öffnen. (ath)