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Kupferdraht gegen Katastrophen

GOSSAU. Christian Zeuch, Spenglermeister aus Gossau, hat eine verantwortungsvolle Aufgabe: Er kontrolliert sämtliche Blitzschutzanlagen von Gossau bis Thal. Bis zu zehn Baustellen besucht er an einem Tag. Mängel stellt er regelmässig fest.
Sebastian Schneider
Christian Zeuch ist einen Tag pro Woche als Blitzschutzaufseher unterwegs. (Bild: Ralph Ribi)

Christian Zeuch ist einen Tag pro Woche als Blitzschutzaufseher unterwegs. (Bild: Ralph Ribi)

Kurze knappe Kleider, Sonnenhut auf dem Kopf und die Grillzange in der Hand. So dürften sich viele einen traumhaften Sommertag vorstellen. Doch abends kann rasch Hektik aufkommen, wenn ein Gewitter aufzieht. Auch der heutige Samstag wird gemäss Meteorologen ein Tag mit Blitz und Donner in den Abendstunden. Sollte sich der Himmel plötzlich verdunkeln, gilt es, so rasch als möglich Geschirr und Grillgut von draussen ins schützende Heim zu bringen.

Doch, was vielen nicht bewusst ist: Die meisten Häuser sind vor Blitzeinschlägen gar nicht geschützt. «Nur wenige Wohnhäuser verfügen über eine Blitzschutzanlage. Ich schätze etwa 20 Prozent», sagt Christian Zeuch, Spenglermeister aus Gossau. Er ist der Mann, der bis an den Bodensee sämtliche Blitzschutzanlagen kontrolliert. «Regionalaufseher für Blitzschutz», heisst sein Mandat, das er fürs kantonale Amt für Feuerschutz und für die Gebäudeversicherungsanstalt (GVA) ausübt.

Wohin mit einer Million Volt?

Zeuch hat ein eigenes Geschäft, arbeitet aber etwa einen Tag pro Woche als Blitzschutzaufseher. Unter anderem ist er mit der Grossbaustelle Bahnhofplatz St. Gallen beschäftigt: «Dort werden die bestehenden Erdungspunkte an den Gebäuden aufgenommen.» Zudem bespricht er mit Behörden, Bauleitern und Architekten, wo und wie der Strom mit einer Spannung von bis zu einer Million Volt in die Erde geleitet wird.

Unter den neuen Gebäuden am Bahnhofplatz werden riesige Betonplatten mit Armierungseisen verlegt. Die Eisen müssen mit einem Draht verbunden werden, damit der Strom von Gebäudedächern in die Erde geleitet werden kann. Zeuch berät die Bauleiter und macht die Schlusskontrolle, nachdem die Arbeit verrichtet wurde. Nicht nur am Bahnhofplatz St. Gallen, sondern bei den meisten öffentlichen Gebäuden, Bauernhäusern, Kirchen und Wohnhäusern, deren Besitzer einen freiwilligen oder verfügten Blitzschutz installieren.

Wenn Fernseher brennen...

In der Schweiz schlagen gemäss Amt für Feuerschutz jährlich 200 000 Blitze ein. Trifft die Hochspannung ein Wohnhaus ohne Blitzschutz, kann es rasch zu einem Brand kommen, oder: «Es kann auch sein, dass der Blitz in die Erdung in den Steckdosen gelangt», sagt Zeuch. Allerdings sind die Drähte für diese enorme Hochspannung nicht konzipiert: «Das kann dazu führen, dass die Endgeräte wie Fernseher, Computer oder Staubsauger kaputtgehen», sagt Christian Zeuch, der vor 13 Jahren von der GVA zum Blitzschutzaufseher gewählt wurde. Die Drähte, die etwa auf einem Kirchendach verlegt werden, haben einen Durchmesser von sechs bis acht Millimetern. Diejenigen der gewöhnlichen 220-Volt-Erdung lediglich einen Millimeter.

Keine schlaflosen Nächte

Bis zu zehn Gebäude kontrolliert Zeuch, wenn er donnerstags in der Region als Blitzschutzaufseher unterwegs ist. In seiner Funktion trägt er eine grosse Verantwortung. Schlaflose Nächte deswegen habe er aber noch nie gehabt. «Da ich nur als Berater oder Kontrolleur im Einsatz stehe.» Nicht er kann in die Pflicht genommen werden, sondern der Spengler oder Elektriker, der die Leitungen verlegt hat. In den 13 Jahren als Blitzschutzaufseher habe er aber noch nie eine Panne erlebt. Die Fachkräfte verrichten laut Zeuch gute Arbeit. Gleichwohl stelle er bei circa jeder dritten Kontrolle Mängel fest. Diese müssen die Installateure beseitigen und die Anlage nochmals kontrollieren lassen.

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