Kupferdieb zu Haft verurteilt

Das Gericht verurteilte einen Kupferdieb, der zweimal bei der Solenthaler Recycling AG zugeschlagen hatte. Der Rumäne muss für zwei Jahre ins Gefängnis.

Claudia Schmid
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Der 32jährige Mann wurde vom Kreisgericht St. Gallen des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der rechtswidrigen Einreise und der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig erklärt. Zusätzlich zur unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren muss er eine Busse von 500 Franken bezahlen.

Auf Kupfer abgesehen

Laut Anklageschrift wohnte der Rumäne zur Tatzeit im französischen Mulhouse. Zusammen mit Komplizen reiste er in die Schweiz ein und plante nächtliche Einbrüche in Recyclingfirmen. Die Bande hatte es auf Kupferstücke und Kupfergranulat abgesehen. Im Februar verschafften sie sich zweimal Zugang zum Firmengelände der Gossauer Recyclingfirma Solenthaler. Die gestohlene Ware füllten die Diebe in Säcke ab, transportierten sie nach Frankreich und verkauften sie dort.

Von der Tat gab es Videoaufnahmen, deren Bildqualität jedoch zu schlecht war, um Gesichter oder Nummernschilder zu erkennen. Das Vorgehen der Männer konnte dennoch rekonstruiert werden. Sie kamen nach Mitternacht mit einem kleinen Van auf das Firmengelände gefahren und brachen eine Tür auf. Einen Monat später traf es eine Firma in Frauenfeld. Als die Polizei den Beschuldigten stellen wollte, versuchte er im Auto zu fliehen. Er wurde in Sicherheitshaft gesetzt.

Illegal in der Schweiz

Der Rumäne hielt sich illegal in der Schweiz auf. Am 17. Dezember 2012 hatte das Bundesamt für Migration eine Einreisesperre verhängt. Dies nachdem er schon früher delinquiert hatte. Das Untersuchungsamt Altstätten hatte ihn am 23. Februar 2012 per Strafbefehl zu einer bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 70 Franken verurteilt. Das Regionalgericht Bern-Mittelland verdonnerte ihn am 12. September 2012 zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe.

In seinem Urteil entschied das Kreisgericht St. Gallen, dass nun sowohl die Geldstrafe als auch der bedingt ausgesprochene Teil von sechs Monaten Freiheitsstrafe zu vollziehen ist. Zwei Personenwagen werden eingezogen und ein allfälliger Verwertungserlös zur Kostendeckung verwendet. Die Schadenersatzforderungen der Solenthaler Recycling AG werden auf den Zivilweg verwiesen.

Hohe Gerichtskosten

Das Strafverfahren gegen den 32-Jährigen hat hohe Kosten verursacht. Sie belaufen sich insgesamt auf über 26 000 Franken. Dieser Betrag wird dem Rumänen auferlegt. Kupferdiebstähle werden immer wieder gemeldet. Auch die Gossauer Stadtwerke wurden im April 2013 Opfer von Kupferdieben. Kupferdiebstahl nimmt immer dann zu, wenn der Kurs für das Metall hoch ist.