Kupferdieb kassiert Freiheitsstrafe

Das Kreisgericht hat gestern einen Kupferdieb zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Der Mann gehörte einer Bande an, die unter anderem in Gossau in eine Recyclingfirma eingebrochen war.

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Der 39jährige Kupfer- und Altmetalldieb aus Rumänien musste sich gestern nachmittag vor den Schranken des Gerichts verantworten. Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte ihn wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher, teilweise geringfügiger Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs. Dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Laut der Anklage war der angeklagte Mann als Mitglied einer organisierten Bande von Berufskriminellen unterwegs. Im Ausland ist der 39-Jährige bereits einschlägig vorbestraft. Durch die jahrelange Delinquenz des Beschuldigten sei «jede Art von guter Prognose ausgeschlossen», schreibt dazu die Staatsanwaltschaft.

Zwei Einbrüche in Gossau

Der erste der fünf Einbrüche, die dem vierfachen Familienvater vorgeworfen werden, ereignete sich am 12. Juni des letzten Jahres in einer Recyclingfirma in Gossau. Zusammen mit einem Komplizen entwendete er in der Firma 420 Kilogramm Kupferseile im Wert von insgesamt 5300 Franken. Ausserdem wurde dabei ein Sachschaden von 2500 Franken angerichtet.

Verhaftung in flagranti in Biel

In Spiez ergatterte die Diebesbande 660 Kilogramm Altkupfer, 490 Kilogramm Neukupfer, 470 Kilogramm Messing und 20 Katalysatoren im Gesamtwert von rund 7800 Franken. Einige Tage später kehrten die Täter zur Recyclingfirma in Gossau zurück und fuhren mit 1000 Kilogramm Kupfer-Oberleitern im Wert von 5500 Franken davon. Der Sachschaden betrug dabei 500 Franken.

Nächste Station machte die Bande in Delsberg, wo sie es auf 400 Kilogramm Altkupfer, 50 Katalysatoren und diverses weiteres Material abgesehen hatte. Der Wert des Diebesguts wird mit 6600 Franken beziffert, der Sachschaden auf 230 Franken.

In Biel endete die Einbruchserie der Diebesbande dann am 27. Juni des letzten Jahres. Der Beschuldigte und zwei seiner Komplizen konnten an diesem Tag in flagranti verhaftet werden. Einem weiteren Täter gelang die Flucht. Die Bande hatte die Absicht, Altbronze im Wert von 4000 Franken zu stehlen. Beim gewaltsamen Eindringen in das Areal verursachten sie einen Sachschaden von 1000 Franken. Sie hatten ein Loch in die Umzäunung des Geländes geschnitten und die Licht-Bewegungsmelder verstellt.

Im Gefängnis randaliert

Nach seiner Verhaftung kam der 39jährige Kupfer- und Altmetalldieb zuerst in die Untersuchungshaft. Zurzeit befindet er sich im vorzeitigen Strafvollzug. Im Untersuchungsgefängnis in Gossau hat der vierfache Familienvater ausserdem zweimal randaliert.

Kosten von 17 000 Franken

Bei der Randale im Gefängnis in Gossau entfernte der 39-Jährige die aus Gummi bestehende Abdichtung eines Fensters, er zerstörte ausserdem die Serviceklappe des WCs, er schnitt das Fernsehkabel an und machte schliesslich auch noch die Fernbedienung für den Fernseher unbrauchbar. Mit dieser Aktion verursachte der Kupferdieb aus Rumänien einen Sachschaden in der Höhe von insgesamt 900 Franken.

Die Verfahrenskosten, die der angeklagte Mann nun zu bezahlen hat, betragen rund 17 000 Franken. (sda)

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