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Kunst, wo Studenten ein und aus gehen

Sie sind noch keine grossen Namen in der Kunstszene. Und sie werden von keiner Galerie vertreten. Aber sie haben sich im neuen HSG-Förderprojekt «Art@Tell» gegen 725 Konkurrenten durchgesetzt: Die fünf Künstler, die je ein Werk an der Tellstrasse 2 zeigen.
Christina Weder
Der indische Künstler Samee Tawde spricht mit Kuratorin Thamar Ette über sein Werk «Daydreaming». (Bild: Ralph Ribi)

Der indische Künstler Samee Tawde spricht mit Kuratorin Thamar Ette über sein Werk «Daydreaming». (Bild: Ralph Ribi)

Die Tellstrasse 2 ist kein Museum und keine Galerie. Sie ist ein Gebäude der Universität St. Gallen, in dem unterrichtet wird. Seit neustem werden dort Kunstwerke gezeigt: Sie hängen beim Eingang, im Aufenthaltsraum, im Treppenhaus oder im Gang hinter einer Brandschutztür. Gestern fand im Beisein von rund 50 Personen die Vernissage statt.

Kunstschaffende aus aller Welt

Die vier Kunstschaffenden, die persönlich anwesend waren, hatten alle eine weite Reise hinter sich. Sie stammen von verschiedenen Kontinenten. Ihre Namen sind in der Kunstszene noch unbekannt. Beim Projekt «Art@Tell» handelt es sich um ein Förderprojekt, das sich der deutsche Unternehmer, HSG-Alumnus und Kunstsammler Ralph Bartel ausgedacht hat.

Er will die Kommerzialisierung der Kunst hinterfragen und die auf dem Kunstmarkt geltenden Regeln unterlaufen, indem er bewusst Künstlerinnen und Künstler fördert, die von keiner Galerie vertreten werden. Wie Yvette Sanchez, Präsidentin der HSG-Kunstkommission, in ihrer Ansprache sagte, soll «eine alternative Ökonomie der Künste» entwickelt werden. Der Ausstellung ging ein Bewerbungsverfahren voraus: Auf virtuellen Plattformen wurden Kunstschaffende aufgefordert, ihre Arbeiten einzureichen. Innerhalb eines Monats trafen 730 Bewerbungen ein. Die junge Kuratorin Thamar Ette nahm sich die Mühe, alle zu sichten. Fünf Werke wurden schliesslich ausgewählt.

Die Südkoreanerien Yooree Yang entwirft in Öl eine düstere Kunstlandschaft. Die Brasilianerin Clarissa Tossin macht in einer Videoarbeit das Ritual zum Thema, mit dem der Marmorboden des Justizpalastes der Stadt Brasilia täglich blank geputzt wird. Der Inder Samee Tawde setzt sich in einer Fotoarbeit mit den Vorbereitungen zum hinduistischen Ganesha-Fest auseinander. Der Ukrainer Anatoliy Babiychuk spiegelt die Alltagskultur in seinem Herkunftsland, indem er in einer Fotoserie Einblicke in Garagen gewährt. Das grossformatige Ölgemälde der Amerikanerin Savanna Barrett wurde bereits Ende letzten Jahres eingeweiht.

Neue Werke alle sechs Monate

Sechs Monate lang dürfen die Künstlerinnen und Künstler ihre Werke an der Tellstrasse zeigen. Danach werden diese abgehängt und zurückgeschickt. Die Reise- und Transportkosten übernimmt Mäzen Bartel. Wie die Künstler darüber hinaus – in ihrer Existenz – unterstützt werden können, ist noch offen. Nach sechs Monaten beginnt das Auswahlverfahren wieder von vorne. Dann sollen neue Werke Einzug in der Tellstrasse halten.

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