Kunst am Ei mit Zahnarztbohrer

Ob geritzt, gekratzt oder gebohrt: Die Kunst am Osterei kennt keine Grenzen. Hunderte kunstvoll gestalteter Ostereier sind derzeit im Schloss Dottenwil zu bestaunen.

Manuel Rudolf
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Fuchs schaut aus dem Ei: Von präziser Hand gemacht. (Bild: Manuel Rudolf)

Fuchs schaut aus dem Ei: Von präziser Hand gemacht. (Bild: Manuel Rudolf)

Wittenbach. Es gibt nichts, was es nicht gibt: Die Techniken, aus Eiern kleine Kunstwerke zu fertigen, sind endlos. Das Ortsmuseum Wittenbach präsentiert nun bis am 5. Juni die im Laufe der letzten 20 Jahre zustande gekommene Sammlung. Die Eier hätten sich nach historischen, regionalen und vielen anderen Kriterien ordnen lassen, sagt Alfred Zwickl, Präsident der Museumsgesellschaft Wittenbach. Weil aber gerade die vielfältigen Techniken, mit denen ein Ei zum Schmuckstück werden kann, bewundernswert sind, wurden die Eier auch dementsprechend sortiert.

Gruppiert nach Techniken

Eine Gruppe bilden die bemalte Eier. Sie sind mit den unterschiedlichsten Motiven zu bewundern: Die Sujets reichen von der Darstellung appenzellischer Volksbräuche und naturalistischen Motiven über Märchen- und Tiermotive bis hin zu religiösen Sujets. Letztere wurden überwiegend in Russland und der Ukraine angefertigt.

Eine zweite Gruppe bilden die Eier, auf welche die verschiedensten Materialien aufgeklebt wurden, so zum Beispiel Zinn, Papier, Gobelinstickerei, gepresste Blumen oder Perlen.

Ausserdem werden neben diesen «natürlichen» Eiern als dritte Gruppe etliche Kunst-Eier präsentiert: solche aus Marmor, Messing, Glas oder Halbedelstein. In einer weiteren Gruppe sind Eier zu sehen, welche mit einem Zahnarztbohrer künstlerisch bearbeitet wurden. So sind grössere Eier mit Alltagsfiguren zu sehen, die mit dieser Technik hergestellt wurden.

Wie ein Ei springt das Grab auf

«Diese Ausstellung ist eine Sensation», sagt Alfred Zwickl. «Wenn man nämlich auf engem Raum so viele kleine Kunstwerke sieht, dann stockt einem der Atem.»

Als Symbol für den Ursprung des Lebens spielt das Ei schon seit einigen tausend Jahren eine besondere Rolle. Dies kommt in den Mythologien der ersten Hochkulturen zum Ausdruck. Im Christentum galt das Ei schon früh als Symbol der Auferstehung: «Gleich einem Ei springt das Grab auf.» Der Brauch, Eier zu verschenken, geht vermutlich auf das Mittelalter zurück. Berichte über bemalte Eier finden sich erstmals im 13. Jahrhundert.