Kung-Fu-Kids tragen Akris

Akris, das St. Galler Modelabel, ist bekannt für hochwertige Kleidung und Stoffe. Dieses Jahr liefert das Unternehmen die Kinderfestkostüme der Schüler der Primarschule St. Leonhard-Tschudiwies. Gestern durften die Kinder erstmals in ihren exklusiven Kung-Fu-Gewändern proben.

Kathrin Reimann
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Lassen am Kinderfest die Drachen tanzen: Die Schüler der Primarschule St. Leonhard-Tschudiwies bei der Probe. (Bilder: Urs Bucher)

Lassen am Kinderfest die Drachen tanzen: Die Schüler der Primarschule St. Leonhard-Tschudiwies bei der Probe. (Bilder: Urs Bucher)

Sie haben das grosse Los gezogen, die Schülerinnen und Schüler der Primarschule St. Leonhard-Tschudiwies. Denn die Kleider, die sie dieses Jahr am Kinderfest tragen werden, stammen vom St. Galler Modelabel Akris. Und obwohl Akris-Designer und Creative Director Albert Kriemler selbst im St. Leonhard die Schulbank gedrückt haben, ist diese Zusammenarbeit zufällig entstanden: Alle Schulen erhielten eine Liste mit Textilfirmen, die sie bei der Umsetzung ihrer Kinderfest-Idee unterstützen, und durften dann ihre Präferenzen angeben. Da sich diese teilweise überschnitten hatten, entschied das Los, welche Firma welche Schule unterstützt.

Fokussiert und konzentrierter

«Für uns ist Akris ein Glücksfall», sagt Isabelle Künzler, die mit sechs Kollegen die Kinderfest-Arbeitsgruppe der Primarschule bildet. Denn sie hätten zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst, was sie von der Textilfirma erwarteten. «Unser Motto lautet Sanktasia», erklärt Künzler. Auf die Idee sei man gekommen, da die Kinder seit eineinhalb Jahren den Kung-Fu-Unterricht besuchen würden. «Wir haben gute Erfahrungen gemacht, die Kinder arbeiten dadurch fokussiert und konzentrierter.»

Asien trifft auf die Schweiz

In ihrem Bühnenprogramm lassen die 170 Schüler dann Schweizer und asiatische Einflüsse zusammenfliessen. So tragen die Kinder neben den Kung-Fu-Kostümen aus dem Hause Akris auch Original-Stickereikleider und Strohhüte. Auch die Musik, die von Lehrer Urs Germann komponiert wurde, kombiniert asiatische Klänge mit Zäuerli und Talerschwingen. «Man würde es nicht denken, aber das passt hervorragend zusammen.» Zur Musik führen die Primarschüler Drachen- und Fächertänze sowie Kung-Fu-Übungen vor. Gestern morgen probten die Kinder ihr Bühnenprogramm zum ersten Mal in den Kostümen.

Diese Premiere liess sich Albert Kriemler nicht entgehen und besuchte die Probe gemeinsam mit zwei Modistinnen, welche prüften, ob die Kleidung überall sass. «Ich habe auch schon in dieser Turnhalle fürs Kinderfest geübt», sagte Kriemler zu den Kindern. Und lobte, dass ihr Programm super aussehe, sie aber trotzdem noch weiter üben sollen.

Von Anfang an involviert

Der Designer war von Anfang an in die Kleider-Konzeption involviert. «Er war persönlich dabei, hat die Entwürfe angepasst, kreative Ideen eingebracht und mitgedacht», sagt Isabelle Künzler. So habe er bewusst Kleider gestaltet, die die Kinder auch nach dem Fest tragen können.

Konkurrenzkampf ist da

In welch edlen Stoffen sie ans Kinderfest gehen, war den meisten Kindern nicht klar. «Wir haben ihnen immer wieder gesagt, dass solche Kleider an Königshäusern und Promihochzeiten getragen werden und aus unserem Quartier durch die ganze Welt reisen», sagt Schulleiter Urban Fuchs. Er wolle aber kein falsches Bild bei den Schülern aufkommen lassen, sie sollen sich nicht als etwas Besseres fühlen, sondern die Kleider wertschätzen, da sie keine Selbstverständlichkeit seien. «Die Verantwortlichen bei Akris waren sehr grosszügig, sie haben die Textilien zur Verfügung gestellt und alles genäht, die Kinder wurden komplett eingekleidet.»

Nur die Lehrer müssen sich selber um ihre Bekleidung kümmern. «Wir haben aber die Möglichkeit erhalten, Stoff zu guten Bedingungen zu erwerben», sagt Künzler. Dass das St. Leonhard-Tschudiwies-Schulhaus vom renommierten Modeunternehmen unterstützt wird, hat teilweise auch zu neidischen Reaktionen geführt. «Aber ein gewisser Konkurrenzkampf unter Schulen ist immer da und in einem gewissen Masse auch gesund.» Ausserdem habe die St. Galler Textillandschaft ja viele grossen Namen zu bieten, sagt Künzler, die nach der gestrigen Probe stolz und glücklich war. «Wir haben so viel Arbeit und Zeit in unser Programm Sanktasia investiert, aber es hat sich gelohnt.» Ausserdem habe die Arbeit an dem Projekt auch die Kinder untereinander zusammen geschweisst.

Inspiriert von Kung-Fu, ausgestattet von Akris: Das ist «Sanktasia». (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Inspiriert von Kung-Fu, ausgestattet von Akris: Das ist «Sanktasia». (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Isabelle Künzler Lehrerin Primarschule St. Leonhard-Tschudiwies (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Isabelle Künzler Lehrerin Primarschule St. Leonhard-Tschudiwies (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Albert Kriemler Designer und Creative Director Modelabel Akris (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Albert Kriemler Designer und Creative Director Modelabel Akris (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

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