Kultur: Keine aktive Rolle der Stadt

Damit sich die Kultur in Arbon entfalten kann, will ihr der Stadtrat vor allem günstige Rahmenbedingungen bieten. Neu gibt es einen Kulturfonds – und bald ein überarbeitetes Konzept. Selber aktiv tritt die Stadt aber nicht auf den Plan.

Max Eichenberger
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Ihre Feuertaufe erlebte die künftige Kulturhalle im Presswerk im Rohzustand anlässlich der Schlosshofkonzerte des Sinfonischen Orchesters Arbon. (Bild: Max Eichenberger)

Ihre Feuertaufe erlebte die künftige Kulturhalle im Presswerk im Rohzustand anlässlich der Schlosshofkonzerte des Sinfonischen Orchesters Arbon. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Kulturell tätige Vereine und auch einzelne Kulturschaffende unterstützt der Arboner Stadtrat nach gängiger Praxis mit jährlichen oder einzelnen Beiträgen. Die Kulturkommission werde jetzt ein neues Konzept erarbeiten. Kulturförderung soll damit noch gezielter betrieben werden können.

Neben finanzieller Unterstützung geht es dem Stadtrat dabei insbesondere auch darum, günstige Rahmenbedingungen für den Kulturbetrieb zu bieten. Das hält der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation von SP-Fraktionsmitglied Ruth Erat fest. Grundsätzlich sei vor allem die Initiative der Kulturschaffenden und -veranstalter gefragt.

Ein Kulturfonds

Die Stadt bewirtschaftet den Kulturfonds, den HRS errichten wird. HRS speist diesen neuen Kulturfonds mit fünf Jahrestranchen à 60 000 Franken. Ursprünglich hatte sich die Hamel-Käuferin verpflichtet, im Hamel-Gebäude selber Kulturräume zur Verfügung zu stellen. Jetzt plant die im Frühjahr gegründete Kulturzentrum Presswerk AG den Erwerb des grössten Teils des Presswerks (bis auf das neue Schaudepot des Oldtimerclubs Saurer). Die Gesellschaft wird die Räume vermieten – im Kopfbau der Musikschule – und eine Eventhalle betreiben. An dieser AG sei die Stadt nicht beteiligt, sie miete auch keine Räumlichkeiten. Der Stadtrat begrüsst aber ausdrücklich «diese private Initiative, die professionell zugunsten der Arboner Kultur ergriffen wurde».

Ob die Stadt Unterstützungsbeiträge an Kulturschaffende, -veranstalter oder Vereine sprechen werde, welche die Räume mieten, sei offen. Bisher seien noch keine Anfragen eingegangen. Mit dem neuen Kulturfonds könnten aber einzelne Veranstaltungen und Projekte finanziell unterstützt werden, stellt der Stadtrat in Aussicht. «Situativ» könne so das Arboner Kulturleben unterstützt werden, betont der Stadtrat. Ruth Erat wollte wissen, wie gewährleistet werde, dass die Räume längerfristig und zu günstigen Konditionen nutzbar sein werden. Im Presswerk-Kopfbau würden künftig für die Musikschule und weitere Nutzer Räume mit gut ausgebautem Standard zur Verfügung stehen, hält der Stadtrat fest. Während die Kulturhalle mit minimalem Ausbaustandard für «geeignete Veranstaltungen» bereitgestellt werde.

Anfragen rückläufig

Das Schloss Arbon, das in städtischem Besitz ist, werde im Kulturkonzept seinen Platz haben. Und der Landenbergsaal für kulturelle Veranstaltungen weiter zur Verfügung stehen. Wie der Stadtrat schreibt, sei die Nachfrage aber eher rückläufig. Und tendenziell abnehmend in den letzten Jahren seien generell die Anfragen um Unterstützungsbeiträge. Was vielleicht damit zusammenhängt, dass in dieser Zeit, teils mangels geeigneter Räume, verschiedene Veranstaltungen aus dem Arboner Kulturkalender verschwunden sind.