Kugeln kommen in Schmelzofen

Die beiden Erdgaskugelspeicher im Goldacher Riet haben endgültig ausgedient. Am Montag beginnen deshalb die Abbrucharbeiten. Das Gelände wird vorerst begrünt. Was dann damit geschieht, ist noch offen.

Christoph Renn
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Die beiden Erdgaskugeln im Riet werden definitiv abgebrochen. (Archivbild: Hardy Buob)

Die beiden Erdgaskugeln im Riet werden definitiv abgebrochen. (Archivbild: Hardy Buob)

GOLDACH. Die Sankt Galler Stadtwerke beginnen am Montag, 21. März, mit dem Abbruch der Erdgaskugelspeicher im Goldacher Riet. Die beiden Kugeln sind im Zuge der Erneuerung der Erdgasversorgung der Region St. Gallen durch den unterirdischen Röhrenspeicher im Hohfirst, Waldkirch, ersetzt worden.

Keine alternative Nutzung

Die Stahlkugeln mit einem Durchmesser von 18 Metern, einer Wandstärke von bis zu 32 Millimetern und einem Gewicht von 210 beziehungsweise 270 Tonnen werden mit einem Schweissbrenner aufgetrennt, wie es in der Mitteilung heisst. Die Einzelteile werden für die Oberflächenreinigung in ein Stahlwerk transportiert und anschliessend eingeschmolzen. Währenddessen wird auf dem Gelände das Fundament der Kugeln entfernt, die Baugrube mit Erde aufgefüllt und das ganze Gelände begrünt. Im Zuge dieser Arbeiten wird die Erde unter der westlichen Kugel von Altlasten – Gasrückständen – befreit. «Was mit dem Gelände dann geschieht, ist noch völlig offen», sagt Marcel Steiger, Bereichsleiter Netz Gas und Wasser der Sankt Galler Stadtwerke. Eines steht mit dem Abbruch aber fest: «Die angedachte Umnutzung der Kugeln als originelle Übernachtungsmöglichkeit fällt ins Wasser.» Laut Steiger würde die Umnutzung der Kugeln das Entwicklungspotenzial des gesamten Areals im Riet einschränken. «Deshalb haben wir entschieden, die Kugeln zu entfernen.» Die Abbrucharbeiten dauern rund fünf Wochen und werden nach den Vorgaben des kantonalen Amts für Umwelt durchgeführt. Die Kosten belaufen sich auf rund 350 000 Franken.

Abbau von St. Galler Kugeln

Auch die zwei Erdgaskugeln in der Stadt St. Gallen werden abgebrochen. «Diese Arbeiten finden zu einem späteren Zeitpunkt statt», sagt Steiger. Spätestens bis 2020 werden sie aber aus dem Stadtbild verschwunden sein.