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KÜNSTLERIN: Jede freie Minute für die Malerei

Die Gruberin Zulema Bischof stellt aktuell unter dem Motto «Wunder der Farben» einige ihrer Bilder im Gemeindehaus Eggersriet aus. In ihrer Heimat Ecuador hat sie sich das Malen selbst beigebracht.
Nina Rudnicki
Zulema Bischof kann den ganzen Tag durchmalen, wenn sie «in den Flow» kommt. (Bild: Ralph Ribi)

Zulema Bischof kann den ganzen Tag durchmalen, wenn sie «in den Flow» kommt. (Bild: Ralph Ribi)

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

Ihr Lieblingsbild sei die «Schöne blaue Donna», sagt Zulema Bischof im Gemeindehaus Eggersriet. Dort stellt die Gruberin mit ecuadorianischen Wurzeln aktuell einige ihrer Bilder aus. Die schöne blaue Donna zeigt das Gesicht einer dunkelhäutigen Frau, das sich in einer blauen Dämmerlandschaft abzeichnet. Gemalt hat es Zulema Bischof zu Johann Strauss’ Walzer «An der schönen blauen Donau». «Romantische Musik inspiriert mich», sagt sie und erzählt, wie sie sich stundenlang in ihre Arbeit vertiefen kann. «Wenn ich in den Flow komme, dann kann ich einen ganzen Tag lang malen, ohne dass ich merke, wie die Zeit vergeht.» Inspiration schöpft sie dabei meist aus ihrem Innern. Dort entstehen die Bilder, Gedanken und Gefühle, die die 48-Jährige dann auf Papier bringt.

Aus Liebe in die Schweiz gekommen

Zulema Bischof lebt seit 1994 in der Schweiz. Damals verliess sie der Liebe wegen ihre Heimat. In der ecuadorianischen Hauptstadt Quito hatte sie an einer Hotelfachschule studiert. Aufgewachsen war sie in dem Städtchen Atacames am Pazifik. «Eine meiner stärksten Erinnerungen ist, wie ich am Meer mit Bleistift zeichne», sagt Zulema Bischof. Jede freie Minute habe sie sich seit ihrer Kindheit in ihre Zeichnungen vertieft. «Heute frage ich mich, wieso ich nicht an der Kunsthochschule studiert habe. Aber ich fand es damals sicherer, etwas Bodenständiges zu lernen. Und meine Eltern waren derselben Meinung.» Die Malerei habe sie sich daher selber beigebracht.

Den Umzug in die Schweiz beschreibt Zulema Bischof als Risiko und Wagnis. «Die kulturellen Unterschiede waren eine grosse Herausforderung für mich. Und auch die Mentalität und das Wetter waren anders als alles, was ich bis dahin gewohnt war», sagt sie und ergänzt, dass die Zeit des Umzuges allerdings mit jener Zeit zusammenfiel, in der sie erstmals begann, mit Acryl- und Aquarellfarben zu arbeiten. «Ich hatte Zeit und begann, zu experimentieren», sagt Zulema Bischof.

Porträts mit O-Ton

Experimente wagt Zulema Bischof auch heute noch, etwa mit ihrem Mann, dem bekannten Stimmenimitator Patric Schäfler. Zusammen haben die beiden etwa einen Event organisiert, an dem Zulema Bischof die Porträts von Prominenten wie Roger Federer, Dieter Bohlen und Alain Sutter zeichnete. Patric Schäfler imitierte gleichzeitig deren Stimmen. Kennengelernt haben sich die beiden im Ausgang in St. Gallen. «Ich sprach sie damals an, weil ich dachte, es sei eine gute Möglichkeit, Spanisch zu sprechen. Da wusste ich allerdings nicht, dass sie auch deutsch kann», sagt Patric Schäfler.

Zulema Bischof stellt ihre Bilder regelmässig aus. Ein Höhepunkt war für sie ihre Ausstellung 2016 in Atacames. Radio, Fernsehen und Zeitungen berichteten über sie. Vor allem aber konnten sich Freunde und Familie ihre neusten Bilder anschauen.

«Wunder der Farben» heisst Zulema Bischofs aktuelle Ausstellung in Eggersriet. «Wunder der Farben», weil kein Bild dem anderen gleicht und weil sich Reales und Surreales vermischen. Auf einigen Bildern sind Herbst- und Frühlingslandschaften, Blumen und Eulen zu sehen. Das häufigste Motiv sind aber Frauengesichter. Bischof sagt: «Frauen interessieren mich als Künstlerin besonders, weil es kaum etwas Ästhetischeres gibt.»

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