Künstler in natürlicher Umgebung

Am «Meet and Paint» am 12. September treffen sich Künstler und Nichtkünstler auf der Kinderfestwiese. Zwar werden Gewinner gekürt, doch der Wettbewerb steht bei diesem Wettbewerb nicht im Zentrum.

Roger Berhalter
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Rouven Stucki (links) und Mirko Kircher auf der Kinderfestwiese. (Bild: Roger Berhalter)

Rouven Stucki (links) und Mirko Kircher auf der Kinderfestwiese. (Bild: Roger Berhalter)

Zuerst wollten sie es «Battle» nennen. Doch was Mirko Kircher und Rouven Stucki planen, soll kein «Kampf» werden, sondern etwas Verbindendes. «Ein Treffpunkt für kreative Leute», sagt Kircher, der jüngere der zwei St. Galler Brüder, die sich als Künstlerpaar Mirou Brothers nennen. Ein Wettstreit ist es aber gleichwohl: 15 Künstler sollen vor Ort innerhalb eines Tages ein Bild malen (oder kleben oder sprayen), und am Abend urteilt eine Jury: Kuratorin Nadia Veronese vom St. Galler Kunstmuseum, Francesco Bonanno von der Macelleria d'Arte sowie Kircher und Stucki selber. «Es ist ein Turnier im freundschaftlichen Sinn», sagt Kircher. «Der Wettbewerb dient nur als Rahmen, um gemeinsam einen kreativen Tag zu verbringen.»

Auf neutralem Terrain

Am «Meet and Paint» entsteht alles vor Ort. Ähnlich wie bei den aus der Hip-Hop-Szene bekannten Graffiti-Jams, die Inspiration für den Anlass waren. 15 Staffeleien samt Leinwänden stehen bereit. «Man kann die Künstler sozusagen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten», sagt Mirko Kircher, der in Luzern Kunst und Vermittlung studiert. Stucki ergänzt: «Auch für die Künstler kann es schön sein, für einmal nicht alleine im Atelier zu arbeiten, sondern sich auszutauschen.» Überhaupt stellen sich die beiden Veranstalter kein elitäres Stelldichein der jungen Kunstszene vor, sondern einen Anlass für alle. Daher auch die Kinderfestwiese. «Es ist ein neutraler, unbelasteter Platz, an dem alle St. Galler ihre Freude haben», sagt Stucki. Nur, falls es am 12. September regnet, wird stattdessen im Talhof gemalt.

Auktion am Abend

Den passenden Klangteppich werden die DJs Pa-Tee, P-Beat und Leroy legen, es gibt Bier vom Fass und Wurst vom Grill, und alle Besucher sind explizit eingeladen mitzumachen. «Bringt einen Zeichenblock mit! Oder ein Wikingerschach!», sagt Mirko Kircher. Auch eine Wand wollen die Brüder aufstellen, auf der sich alle verwirklichen können. Bruchstücke dieser «Sammelwand» werden am Abend verkauft, und auch die vor Ort entstandenen Bilder sollen in einer Auktion sogleich wieder neue Besitzer finden.

Künstler können sich bis 1.9. unter info@meetandpaint.ch bewerben