Kühles Eis, heisse Wurst

Während des Spengler Cups in Davos bestellte Fernsehmoderator Rainer Maria Salzgeber für sich und OK-Präsident Fredi Pargätzi zwei Bratwürste. «Mit oder ohne Senf?», fragte Salzgeber seinen Gesprächspartner. «Schon ohne Senf. Sonst dürfen wir uns in St. Gallen nicht mehr zeigen.»
Produktion von neu zertifizierten St.Galler Bratwuersten in der Metzgerei Bechinger in St.Georgen. 13.04.2011 Bild: Urs Jaudas (Bild: Urs Jaudas (Urs Jaudas))

Produktion von neu zertifizierten St.Galler Bratwuersten in der Metzgerei Bechinger in St.Georgen. 13.04.2011 Bild: Urs Jaudas (Bild: Urs Jaudas (Urs Jaudas))

Während des Spengler Cups in Davos bestellte Fernsehmoderator Rainer Maria Salzgeber für sich und OK-Präsident Fredi Pargätzi zwei Bratwürste. «Mit oder ohne Senf?», fragte Salzgeber seinen Gesprächspartner. «Schon ohne Senf. Sonst dürfen wir uns in St. Gallen nicht mehr zeigen.»

Pargätzis Antwort ist bemerkenswert, denn die St. Galler Bratwurstkultur scheint sich endlich jenseits von Winkeln und der Oberen Waid durchzusetzen. So auch im Zürcher Hallenstadion, wenn die ZSC Lions und Anhänger Hunger verspüren. Die Caterer offerieren dort jedoch «Bratwurst mit St. Galler Bürli» und «grosser Cervelat mit St. Galler Bürli» und umgehen damit den Namensschutz für die hiesige Bratwurst.

Eigentümlich wirkt bloss, dass diese St. Galler Spezialitäten just bei Eishockey-Anlässen begehrt sind. Denn in dieser Sportart sind wir der Wurst-und-Brot-Tradition auf ganz andere Art verbunden: Der EHC St. Gallen ist in den vergangenen 50 Jahren nie über die Drittklassigkeit hinausgekommen. Den Kontrast zu den «Würsten auf dem Eis» könnte man deshalb nur so kompensieren: mit Bündnerfleisch und Züri-Geschnetzeltem in der Eishalle Lerchenfeld. (th)

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