Kühe, Milch und Trachten

Im Tal der Demut und beim Schlössli Haggen finden diese Woche die beiden St. Galler Viehschauen statt. Eine Tradition mit Zukunft auch in der Stadt, sind die Organisatoren überzeugt.

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An der Viehschau. (Archivbild: Hannes Thalmann)

An der Viehschau. (Archivbild: Hannes Thalmann)

Es ist wieder soweit: Morgen Mittwoch werden im Tal der Demut rund 300 Tiere zur alljährlichen Viehschau erwartet. Am Freitag, 28. September, präsentieren die Bauern ihre 200 Kühe an der zweiten Viehschau auf städtischem Boden vor dem Schlössli Haggen. Der Aufzug dauert jeweils von 8.30 bis 9.45 Uhr. Ab etwa 15 Uhr kehren die Landwirte mit den Tieren zu ihren Höfen zurück.

Viehschau gesetzlich verankert

Die Frage, ob Viehschauen in einer Stadt überhaupt noch eine Zukunft hätten, bejaht Kurt Frischknecht, Organisator der Viehschauen. Er führt gleich mehrere Gründe an. «Es gibt rund 50 Bauernbetriebe auf dem St. Galler Stadtgebiet. Das sind sehr viele.» Zudem seien die Leute interessiert am Anlass, was die konstanten Zuschauerzahlen zeigten. Weiter lege das kantonale Gesetz fest, dass die Gemeinden den Bauern einen Schauplatz bieten müssen, wo sie ihre Tiere präsentieren können. Den Gedanken, die Viehschauen nicht durchzuführen, hätten sie daher noch nie gehabt, betont Frischknecht.

Pflege der Tradition

Früher haben die Bauern die Viehschauen dazu genutzt, mit einem geeigneten Stier ihre Rinderzucht aufzubessern. Heute gehe es eher darum, das traditionelle Brauchtum weiter zu pflegen. Der Aufzug der Bauern in ihren Trachten sei beim Publikum besonders beliebt. Zudem bestehe an den Viehschauen immer die Möglichkeit, frische Milch und Bauernmilch zu kosten. «Bisher wurden die 70–80 Liter immer getrunken», sagt Frischknecht. «Meistens von Kindern.»

Behinderung der Fahrbahnen

Die Stadtpolizei macht darauf aufmerksam, dass an beiden Tagen mit Verkehrsbehinderungen und Verschmutzungen der Fahrbahnen zu rechnen ist. Sie bittet die Verkehrsteilnehmer, sich auf den betroffenen Strassen rücksichtsvoll zu verhalten: Fahrzeuge, die in eine Viehherde geraten, sollen anhalten und den Tieren den Vortritt gewähren. (ter)