KRITIK: Im Buchental rumort es weiter

Zwei pensionierte Lehrer kritisieren den interimistischen Leiter der Realschule Buchental. Es sei ihm nicht gelungen, die Situation zu beruhigen. Ein Grund sei sein Umgang mit den Lehrpersonen.

David Gadze
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Die Realschule Buchental in St. Fiden kommt weiterhin nicht zur Ruhe. (Bild: Michel Canonica)

Die Realschule Buchental in St. Fiden kommt weiterhin nicht zur Ruhe. (Bild: Michel Canonica)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Lange war es ruhig um die Realschule Buchental. Ein Jahr ist inzwischen vergangen, seit Schulleiter Jakob Egli interimistisch das Ruder übernommen hat. Er sollte die Schule wieder in ruhigere Gewässer führen, nachdem aufgrund von Freistellungen des Schulleiters und eines Lehrers die Situation zu eskalieren drohte (siehe Zweittext). Seither schienen sich die Wogen tatsächlich geglättet zu haben. Zumindest war keine Kritik zu hören, weder von Lehrkräften noch von Eltern der Schülerinnen und Schüler. Doch nun werden wieder Vorwürfe laut – an Egli, aber auch am Schulamt. Die zwei pensionierten Lehrer Manfred Abderhalden und Werner Erni, die bis Ende des vergangenen Schuljahres an der Realschule Buchental unterrichtet haben, schreiben in einem Leserbrief, dass im Buchental noch längst keine Ruhe eingekehrt sei (Tagblatt von gestern). Die Rede ist gar von Burn-outs bei Lehrpersonen.

Mangelnder Respekt im Umgang mit Lehrern

Werner Erni gehörte bis vergangenen Sommer quasi zum Inventar der Schule. Über 40 Jahre lang unterrichtete er im Buchental. Doch die Situation sei zuletzt untragbar gewesen. «Am Schluss hatte ich Schlafprobleme und musste mich vier Wochen vor meiner Pensionierung krankschreiben lassen.» Er wirft Egli fehlendes Fingerspitzengefühl, aber auch mangelnden Respekt im Umgang mit Lehrerinnen und Lehrern vor. Mit seiner harten Art habe er viele vor den Kopf gestossen. Eine Lehrerin und ein Lehrer hätten im vergangenen Sommer das Buchental verlassen, weil sie diese Situation nicht mehr dulden wollten. Aus dem Kontakt mit ehemaligen Kollegen wisse er, dass die Stimmung an der Schule nach wie vor schlecht sei, sagt Erni. Seine Kritik richtet er aber auch an die Schulverwaltung. Diese habe es versäumt, ­einen externen Mediator zu Hilfe zu ziehen. Stattdessen habe sie mit Egli einen Schulleiter installiert, der die entsprechende Ausbildung gar nicht habe. «Uns ist klar, dass er geholt wurde, um aufzuräumen. Aber so?»

Risse sind nach wie vor nicht gekittet

Manfred Abderhalden kam im Winter 2016, kurz vor Jakob Egli, an die Realschule Buchental. Der bereits pensionierte Lehrer, der während 37 Jahren an der Sekundarschule Blumenau unterrichtet hatte, übernahm damals vorübergehend die Klasse des Lehrers, der Ende 2015 freigestellt worden war. «Als Externer konnte ich mir ein unvoreingenommenes Bild der Situation machen.» Er habe schnell gemerkt, dass einiges nicht stimme. Der Schulleiter habe dies jedoch ignoriert und nur noch vorwärtsschauen wollen. Eine seriöse Aufarbeitung der Ereignisse habe gar nie stattgefunden.

«Man kann die Vergangenheit nicht einfach totschweigen, sondern muss sie bewältigen. Sonst lässt sich nicht in die Zukunft gehen», sagt Abderhalden. Entsprechend sei es Egli nicht gelungen, die Risse im Lehrerteam, aber auch zwischen Lehrpersonen und der Schulverwaltung zu kitten. Zudem habe er kürzlich das Recht der allgemeinen Umfrage im Lehrerkonvent abgeschafft. «Anregungen, Kritik oder pädagogische Debatten sind somit gar nicht mehr erwünscht.»

Stadtrat Markus Buschor und Schulamtsleiterin Marlis Angehrn waren gestern Nachmittag ausser Haus und deshalb für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er werde die Vorwürfe prüfen und sich danach dazu äussern, liess Buschor ausrichten.