Kritik an Verengung und Vorplatz

GOLDACH. Die Goldacher Blumenstrasse soll optisch aufgewertet, der Verkehr soll beruhigt werden. Nachdem die ersten Pläne auf Kritik stiessen, wurde das Projekt überarbeitet und am Donnerstag erneut präsentiert. Nicht alle sind damit zufrieden.

Linda Müntener
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Um das Tempo auf der Blumenstrasse zu reduzieren, wird sie wie im Bild punktuell auf 4,50 m Breite verengt. (Bild: Visualisierung: pd)

Um das Tempo auf der Blumenstrasse zu reduzieren, wird sie wie im Bild punktuell auf 4,50 m Breite verengt. (Bild: Visualisierung: pd)

Die Diskussion ist hitzig. Mehrere der über 120 erschienenen Bürger melden sich am Goldacher Dorfapéro zur Neugestaltung der Blumenstrasse zu Wort. Einzelne stehen auf, um ihren Worten Gewicht zu verleihen. «Wie sollen sich da zwei Autos kreuzen?», «Wo kann man noch parkieren?», «Und was ist überhaupt der Nutzen für den Steuerzahler?», sind Fragen, die bewegen. Denn es geht um eine der wichtigsten Strassen in Goldach. Um die «Geschäftsstrasse», wie sie Gemeindepräsident Thomas Würth nennt.

5,60 m statt 5,20 m breit

Ziel ist in erster Linie, mit baulichen Massnahmen das Tempo zu reduzieren und die Sicherheit zu erhöhen. 2013 informierte der Gemeinderat erstmals über das Projekt. Vor allem die verschmälerte Strassenbreite von 5,20 m im mittleren Abschnitt wurde damals kritisiert. Der Rat hat daraufhin mit den Grundeigentümern der betroffenen Liegenschaften und der Abteilung Verkehrstechnik der Kantonspolizei Gespräche geführt. Gestützt auf diese Rückmeldungen hat er die Pläne überarbeiten lassen.

Rinaldo Deganello vom Ingenieurbüro näf&partner hat die Neuerungen am Donnerstagabend in der Aula vorgestellt. Anstelle der auf 5,20 m verschmälerten Strasse mit überfahrbaren Gehbereichen beträgt die Strassenbreite nun einheitlich 5,60 m. Punktuell wird sie jedoch verengt, etwa auf Höhe Metzgerei Jung (siehe Grafik). «Bei dieser Breite von 4,50 m ist es möglich, dass sich zwei Autos mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h kreuzen», antwortet Deganello auf eine Frage aus dem Publikum. Ein Raunen geht durch den Saal.

«Wartezeit ist gewollt»

Eine weitere Änderung ist das durchgehende nordseitige Trottoir zwischen Säge- und St. Gallerstrasse. «Dies ist ein Bedürfnis der Anwohner», sagt Deganello. Um die Strasse in diesem Bereich optisch zu verengen, wird der Fahrbahnrand mit blauen Streifen eingefärbt. Bei der Bushaltestelle Sternen wird die Strasse mit einer neuen Breite von 4,20 m tatsächlich enger. «Was ist, wenn dann ein Bus anhält?», fragt jemand. «Dann muss der Autofahrer 20 Sekunden warten», antwortet Gemeindepräsident Thomas Würth. «Das ist gewollt. So können wir das Tempo reduzieren.» Durchschnittlich verkehren auf der Blumenstrasse täglich etwa 4000 Autos. Das seien vergleichsweise wenige. «Eine Wartezeit ist zumutbar», sagt Würth. Mit solchen Massnahmen soll im Hinblick auf die gesamte Zentrumsplanung ausserdem der Durchgangsverkehr vermieden werden.

Vorplätze einheitlich gestalten

Die Überarbeitung des Projekts wirkt sich auch auf die Kosten aus. Statt 2 555 000 Franken kostet die Neugestaltung neu 2 775 000 Franken. Der Gemeinderat will aber nicht nur die Sicherheit auf der Blumenstrasse erhöhen, er will sie auch optisch aufwerten. Deshalb sollen die Vorplätze der Geschäfte einheitlich gestaltet werden. Die Baukosten, die Kosten für den Unterhalt sowie die Kosten für die Schneeräumung gehen zu Lasten der Gemeinde. Im Gegenzug wird der Vorplatz als öffentlicher Fuss- und Gehweg eingetragen. Damit sind nicht alle Grundeigentümer einverstanden. René Ries, Inhaber des Ries Bike Shop, moniert, dass er weder Platz zum Ausstellen seiner Fahrräder noch für Kundenparkplätze hätte. Würth erwidert, dass auf der Strassenseite einige Parkplätze geplant seien und im Rahmen der Zentrumsüberbauung eine öffentliche Parkgarage entstehe. Das nütze ihm nichts, sagt Ries. «Ein Geschäft, das keine Parkplätze anbietet, kann sofort schliessen.» Würth kündigt weitere Verhandlungen an, letztlich könne die Gemeinde aber keinen Grundeigentümer zwingen. Ries ist nicht der einzige, der die Gestaltung der Vorplätze kritisch sieht. «Wo ist da der Nutzen für den Steuerzahler?», will jemand wissen. «Die Blumenstrasse ist eine der wichtigsten Strassen in Goldach», sagt Würth. «Von einer schönen Neugestaltung und einem optimalen Verkehrsregime profitiert das ganze Dorf.»

Mit erster Etappe 2016 starten

Der Gemeinderat will das Projekt noch in diesem Jahr öffentlich auflegen und parallel dazu weitere Verhandlungen mit Grundeigentümern führen. Geplant ist, 2016 mit der Sanierung der ersten Etappe, St. Gallerstrasse bis Sägestrasse, zu beginnen.