Kritik an der Buchkritik

«Der konservative Revolutionär», Ausgabe vom 30. Oktober

Charlie Wenk Obere Reherstrasse 11c, 9016 St. Gallen
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Im Artikel über das Buch zu Joachim von Watt, genannt Vadian, von Rudolf Gamper beschreibt Rolf App in gekonnter Weise das Leben «unseres Stadtreformators». Ich habe mich über den Artikel gefreut bis auf den letzten Abschnitt, wo Rudolf Gamper in vier kurzen Sätzen hart kritisiert wird. Ich war an der Vernissage in der Laurenzenkirche dabei, wo gut erklärt wurde, was das Buch will und kann und was nicht. Bei der persönlichen Lektüre des Buches finde ich die Art von Autor ­Gamper sehr wohl ­spannend. Er wagt es auch, die weniger brillanten Seiten des Reformators zu beschreiben, die Einbettung ins grössere Umfeld fehlt mir nicht. Mir kam bei der harschen «Tagblatt»-Kritik das lateinische Sprichwort in den Sinn: «De gustibus non est disputandum» – über den Geschmack lässt sich nicht ­streiten. So respektiere ich die Ansicht von Rolf App, hätte mir aber eine weniger pauschale Abstrafung und etwas mehr Würdigung des Werkes von Rudolf Gamper gewünscht. Das wäre wohl auch mehr im Stil Vadians gewesen.

Charlie Wenk Obere Reherstrasse 11C, 9016 St. Gallen