Kritik am Standort Grüntal

Gemeinderat und Primarschulrat sind uneinig, wann Wittenbach ein neues Schulhaus erhalten soll. Nun meldet sich eine IG zu Wort und wehrt sich gegen den Standort Grüntal. Für sie hat das Thema auch mit der möglichen Fusion zu tun.

Johannes Wey
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Hans Lichtensteiger IG Schulanlage Dorf/Neuhus (Bild: (Ralph Ribi))

Hans Lichtensteiger IG Schulanlage Dorf/Neuhus (Bild: (Ralph Ribi))

WITTENBACH. Fusionieren oder nicht? Die Frage, ob sich Politische und Primarschulgemeinde vereinigen sollen, wird vor der Wittenbacher Bürgerversammlung vom 30. November am heissesten diskutiert. Nun meldet sich eine IG Schulanlage Dorf/Neuhus zu einem ganz anderen Thema zu Wort: Sie will, dass das Projekt für ein neues Schulhaus im Grüntal kommenden Juni abgelehnt wird, damit der Standort Neuhus für einen Neubau geprüft werden kann.

Gemeinderat soll planen

Doch die nahe Bürgerversammlung und die Urnenabstimmung im Sommer haben für Hans Lichtensteiger von der IG Schulanlage Dorf/Neuhus eben doch miteinander zu tun: «Wir melden uns schon jetzt zu Wort, weil es bei der Bürgerversammlung um die Einheitsgemeinde geht.» Für Lichtensteiger ist die Frage, wo ein Schulhaus gebaut wird, eine ortsplanerische, bei der der Gemeinderat mitreden können soll. Bei einer Inkorporation wäre dies der Fall. Ohnehin sorgt der Schulhausneubau schon lange für Meinungsverschiedenheiten zwischen Schul- und Gemeinderat. Ersterer will endlich das Schulhaus Dorf ersetzt haben, letzterer möchte die Investitionsvorhaben mit Blick auf die Gemeindefinanzen etappieren – auch hier würde der Gemeinderat mit einer Inkorporation die Kontrolle übernehmen. Die finanzielle Lage ist auch ein Argument, das Lichtensteiger ins Feld führt: Der Baugrund im Gebiet Neuhus sei «berechenbarer» und besser geeignet, was zu tieferen Kosten führen würde.

Weitere, vor allem ortsplanerische Argumente für den Standort Neuhus listet die IG in einem Flugblatt auf, das aber erst im Hinblick auf die Schulhaus-Abstimmung gestreut werden soll. Was die Wohnbautätigkeit betrifft, entwickle sich Wittenbach vor allem in Richtung Kronbühl und Steig. Für ein Schulhaus sei deshalb das Gebiet Neuhus günstiger. «Sonst steht der Neubau am Dorfrand», sagt Lichtensteiger. Ausserdem würde das Schulhaus mit Sporthalle an der Grüntalstrasse viel Verkehr generieren. Die Romanshornerstrasse, die am Neuhus vorbeiführt, könne diesen besser aufnehmen, zumal auch die meisten Zufahrten ins Grüntal von dort erfolgen würden.

Durch die Nähe zum Schulhaus Dorf könnte dieses auch nach dem Bau eines Schulhauses Neuhus genutzt werden, findet Lichtensteiger. Im Flugblatt ist von einer «idealen Ergänzung» die Rede. Und wenn nicht im Grüntal gebaut werde, bleibe dem FC Wittenbach sein Trainingsfeld erhalten. Die Pläne, den Platz ersatzlos zu bebauen, zeugen gemäss Flugblatt «weder von Weit- noch Rücksicht».

Kritisiert wird auch mangelnde Transparenz: Ein Gutachten zum Baugrund im Grüntal werde nicht herausgegeben, genauso wenig wie die Berichte zu den 27 Standorten, die geprüft wurden. «Der Primarschulrat betreibt damit eine geheime Ortsplanung», heisst es im Flugblatt.

IG-Mitgliederzahl unbekannt

Wie viele Mitglieder sich in der IG engagieren, will Lichtensteiger nicht beziffern. «Es ist ein kleiner Kern, der sich engagiert, aber viele, die unserer Meinung sind», sagt er nur. Fraglich ist auch, weshalb sich die IG erst jetzt, nachdem das Projekt für das Grüntal vorgestellt worden ist, zu Wort meldet. «Der Primarschulrat und die anderen Behörden kennen die Argumente für das Neuhus schon lange», sagt Lichtensteiger.

Für ein neues Schulhaus im Grüntal würde der Trainingsplatz des FC Wittenbach überbaut. (Bild: Urs Jaudas)

Für ein neues Schulhaus im Grüntal würde der Trainingsplatz des FC Wittenbach überbaut. (Bild: Urs Jaudas)

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